Scheidung Ehering
Nontavut – stock.adobe.com
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Coronavirus

Vor der Scheidung „zuhause bleiben“

Aufgrund der Coronavirus-Krise können sich Paare derzeit nicht scheiden lassen. Rechtsanwältin Birgitt Breinbauer rät allen, die vor einer strittigen Scheidung stehen, nicht auszuziehen. Der Anspruch auf Unterhalt könnte verloren gehen.

Sämtliche Scheidungsverfahren stehen derzeit still oder werden gar nicht erst eröffnet. Viele Paare haben seit Wochen oder sogar Monaten auf eine einvernehmliche Scheidung hingearbeitet, dabei wurden Kompromisse etwa beim Ehegattenunterhalt oder den Zahlungen für die Kinder gesucht und gefunden.

Der jetzige Stillstand lasse Raum zum Nachdenken, so Breinbauer, Präsidentin der Vorarlberger Rechtsanwaltskammer, im ORF Vorarlberg-Interview. Sollte sich ein Partner später nicht mehr an die Vereinbarungen halten wollen, gebe es dagegen keine wirkliche Handhabung.

„Schwere Eheverfehlung möglich“

Besonders schwierig ist die Situation für Paare, die sich nicht einvernehmlich scheiden lassen wollen oder können. Breinbauer berichtet von vielen Anrufern, die in solchen Konfliktzeiten von zuhause ausziehen wollen. Davon rät die Rechtsanwältin allerdings ab.

Das Gesetz verlange grundsätzlich, dass man zusammenwohnt. Eine eigenmächtige Aufgabe könne in einem gerichtlichen Verfahren zu einer schweren Eheverfehlung führen. Mitunter könnte dann derjenige, der ausgezogen ist, den Unterhaltsanspruch verlieren. Auf eine etwaige Milde der Richter, wenn es wieder Verhandlungen gibt, könne man sich nicht verlassen.