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Heron-Gruppe
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Wirtschaft

Abstand durch „safedi“ soll Leben retten

Am Freitagvormittag präsentierten das Land Vorarlberg und die Heron-Gruppe eine Produktneuheit, die dabei helfen soll, das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu minimieren und Verhaltensänderungen umzusetzen.

„Safedi“ ist ein Sensorsystem ungefähr in der Größe einer Münze, das basierend auf der Weiterentwicklung der Bluetooth-Technologie in der Lage ist, den Abstand zwischen zwei oder mehreren Personen im Nahbereich schnell und berührungslos zu messen.

Der SAFEDI Button
Heron Gruppe

„Safedi“
Größe: 40 mm x 15 mm
Leistungsdauer Akku: 10 h
Gewicht: 15 g
Reichweite bis 8 m
Zielkosten: 20 Euro
Einsetzbar: innen und außen
Optional: Kontakttagebuch

Akustischer und optischer Abstandswarner

Sobald Personen aufeinander zugehen, löst „safedi“ ein einmaliges, akustisches und optisches Vorwarnsignal aus. Bei einer Unterschreitung des Mindestabstands zwischen zwei Personen werden laufend akustische und optische Signale freigesetzt.

Optional ist es möglich, ein anonymes Kontakttagebuch zu aktivieren, damit im Falle einer Infektion die mögliche Infektionskette exakt und sehr schnell aufgelöst werden kann. „Safedi“ funktioniert komplett ohne persönliche Daten. Alle Daten, die älter sind als die mögliche Inkubationszeit von 14 Tagen, werden automatisch gelöscht.

„Safedi“ Grundfunktion

Datenschutz und Gesundheit

In den letzten Wochen habe er die kritische Diskussion um die Coronavirus-App verfolgt, so Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP). Die Frage, was man tun dürfe, um Leben zu retten, sei im Zusammenhang mit Datenschutz und den Grund- und Freiheitsrechten kritisch abzuwägen. Datenschutz und Gesundheit müssten einander aber nicht ausschließen, das könne man anhand von „safedi“ sehen. Die neue Technologie solle mehr Sicherheit am Arbeitsplatz garantieren, ohne Rückverfolgbarkeit auf eine einzelne Person, so Tittler.

Land unterstützt Vorserie und Feldversuch

Das Land habe sich daher entschieden, die Entwicklung einer Vorserie und den Feldversuch mit 1.000 Stück in vier Unternehmen, die sich zur Teilnahme bereiterklärt haben, zu unterstützen. Es gelte, keine Zeit zu verlieren. „Safedi“ solle dazu beitragen, vor allem an Arbeitsplätzen in Betrieben für den richtigen Abstand der einzelnen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zueinander zu sorgen und so letztlich das Wiederhochfahren der Wirtschaft beschleunigen, so der Wirtschaftslandesrat.

„Abstand halten ist das Gebot der Stunde“, erklärte Christian Beer, der Inhaber und Geschäftsführer der Heron-Gruppe, in der „safedi“ entwickelt wurde. Früh sei beschlossen worden, das technische Wissen und Können aus der ganzen Unternehmensgruppe zu bündeln, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Wirtschaft wieder hochgefahren werden könne, so Beer.

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (links im Bild) und Heron-Chef Christian Beer
Alexandra Serra
Wirtschaftslandesrat Tittler und Christian Beer von der Heron-Gruppe bei der Vorstellung von „safedi“

„safedi“ ist ein Abstandswarner

„Safedi“ soll „schütze Dich“ heißen oder „halte Distanz“ (safe distance = sichere Distanz, Anm. d. Red.), so Beer. Das Gerät wird an die Brust gesteckt, nahe an Nase und Mund, wo der Schutz vor Ansteckung am notwendigsten sei. Die Datensicherheit sei sehr hoch, es werde nur registriert, welche Geräte sich getroffen haben. Diese Funktion könne der Kunde selbst freischalten.

Der Vorteil sei, dass „safedi“ komplett autonom sei, so Beer: „Ohne irgendwelche Verbindungen oder Apps oder zusätzliche Geräte funktioniert es als Abstandswarner. Es ist sichtbar, wenn es aktiv ist, und zwar da, wo die Gefahr am größten ist – am Gesicht.“ Das kleine Gerät werde durch Bewegung aktiviert.

Abstand halten durch Gerät safedi

Am Freitag wurde mit safedi das neueste Produkt einer Dornbirner Firma vorgestellt. Dieses soll das Abstandhalten an Orten wie dem Arbeitsplatz erleichtern.

Feldversuch in vier Unternehmen

Am 15. April startet der Feldversuch in mehreren heimischen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen: Die Firmen Rupp (Lebensmittel), Kral (Industrie), Servus Intralogistics (Industrie) und ein Einzelhandelsunternehmen testen „safedi“ rund zwei Wochen lang in der Praxis.

Dabei sollen Schwachstellen identifiziert und das System für die Nutzung optimiert werden. „Wir denken, dass wir bereits Ende April ein Serienprodukt anbieten können“, sagte Beer. Die Entwicklungskosten belaufen sich auf gut 500.000 Euro und werden von der Heron-Gruppe getragen. Das Land fördert dieses Projekt mit 200.000 Euro.