Mäder am 16.3.2020 Zollamt Mäder, Grenzkontrolle Polizei, PI, Warenverkehr, Personenverkehr, Grenzgänger
Mathis Fotografie
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Coronavirus

Kleinere Grenzübergänge komplett gesperrt

Grenzübergänge rund um Vorarlberg werden nun nach und nach geschlossen. Viele kleinere Grenzübergänge sind für alle Fahrzeuge gesperrt. Zum Passieren der Grenze sind Gesundheitszeugnisse erforderlich. Nicht betroffen ist der Güter- und Pendlerverkehr.

Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) kündigte Montagabend die Schließung kleinerer Grenzübergänge nach Deutschland an. Seit Montagnacht sind zum Passieren der Grenze Gesundheitszeugnisse erforderlich. Von der Sperre der Grenzübergänge, die ab Mittwoch besteht, sind der Pendler-, der Waren- und Güterverkehr sowie Durchreisende ausgenommen.

Kleine Grenzübergänge komplett gesperrt

Gesperrt werden kleinere Grenzübergänge nach Deutschland für alle Fahrzeuge. Betroffen sind die etwa Hohenweiler, Rickenbach, Möggers, Sulzberg, Riefensberg und Balderschwang. Ausweichen können Lkw und deutsche Pkw über Hörbranz oder Unterhochsteg.

Bereits verbessert hätte sich die Lage bezüglich der Rückstaus in Richtung Deutschland, die von den Grenzkontrollen auf deutscher Seite ausgelöst wurden, sagte Gantner Montagabend – mehr dazu in Massiver Stau an der Grenze zu Deutschland. Insgesamt konstatierte Gantner der Bevölkerung „großes Verständnis“ für die getroffenen Maßnahmen.

Lkw-Stau in Richtung Deutschland
Ganthaler/ORF Vorarlberg
Mega-Stau gab es am Montag in Richtung Deutschlan

Grenzen zu Liechtenstein und Schweiz gehen zu

Seit Dienstag sind die Vorarlberger Grenzen zur Schweiz bzw. nach Liechtenstein nach dem Vorbild der Grenze zu Italien praktisch dicht. Nur noch Berufspendler und der Warenverkehr dürfen die Grenzen weiter ohne größere Einschränkungen passieren. Ab Mittwoch, 0.00 Uhr, werden die acht kleineren der insgesamt 14 Grenzübergänge in die Schweiz und nach Liechtenstein geschlossen.

Seit Samstag waren an den Grenzen zur Schweiz und nach Liechtenstein sporadisch Sichtkontrollen durchgeführt worden. Nach dem Abschluss der logistischen Vorbereitungen wurde in der Nacht auf Dienstag mit den rigorosen Übertrittskontrollen begonnen.

Nur mit ärztlichem Gesundheitszeugnis

Staatsbürger aus der Schweiz, Liechtenstein und Italien dürfen nun nur dann noch nach Österreich einreisen, wenn ihnen ein ärztliches Gesundheitszeugnis bescheinigt, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Das Attest darf nicht älter als vier Tage sein. Österreichische Staatsbürger bzw. Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz im Bundesgebiet können natürlich weiterhin nach Österreich kommen, müssen sich hier allerdings für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt.

Von diesen Maßnahmen ausgenommen sind die Berufspendler, die die Grenze täglich passieren müssen, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Etwa 16.000 Vorarlberger arbeiten in der Ostschweiz bzw. in Liechtenstein.

Vier große Grenzübergänge bleiben offen

Die kleinen Grenzübergänge werden ab Mittwoch geschlossen, offen bleiben die vier großen Übergänge in die Schweiz – Höchst-St. Margrethen, Lustenau-Au, Hohenems-Diepoldsau und Mäder-Krießern – sowie zwei Übertrittsmöglichkeiten nach Liechtenstein (Feldkirch-Schaanwald und Feldkirch-Ruggell). An diesen Grenzübergängen wird die Polizei rund um die Uhr Kontrollen durchführen. Die Grenzkontrollen sollen vorerst eine Woche lang durchgeführt werden, dann wird die Situation neu evaluiert. Die internationalen Zugverbindungen zwischen Österreich und der Schweiz wurden bereits am Freitag eingestellt. Auch die Flugverbindungen zwischen den beiden Alpenländern wurden auf Eis gelegt.