Frau hält alter Frau mit Stock die Hand
pikselstock – stock.adobe.com
pikselstock – stock.adobe.com
Politik

RH: Pflegekosten werden rapide ansteigen

In Sachen Pflege ist Österreich nicht auf die Zukunft vorbereitet, weder personell noch finanziell. Zu dieser ernüchternden Erkenntnis kommt der Bundesrechnungshof. Diese Einschätzung bestätigt auch Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne). Das wird teuer, auch für die Angehörigen.

In ihrem jüngsten Bericht rechnet die Kontrollinstanz vor, dass Bund, Land und Gemeinden allein in Vorarlberg jährlich an die 310 Millionen Euro für Pflege ausgeben. Laut dem Bericht des Bundesrechnungshofes werden Betroffene und Angehörige bald ein Drittel dieser Kosten selbst zahlen müssen.

Wesentlicher Teil bleibt bei den Betroffenen

In dieser Erhebung des Rechnungshofes sei noch nicht die Verdoppelung der Förderung der 24-Stunden-Pflege einkalkuliert worden, die im vergangenen Jahr beschlossen worden ist, so Landesrätin Wiesflecker. Man versuche laufend, die Betroffenen zu entlasten. Dennoch bleibe ein wesentlicher Teil bei den Betroffenen selbst, räumt Wiesflecker ein. Und dieser Anteil werde in Zukunft sehr wahrscheinlich noch weiter ansteigen.

Katharina Wiesflecker Bundeskongress Grüne
Grüne
Landesrätin Katharina Wiesflecker sagt, Steuergelder müssen künftig in Richtung Pflege umgeschichtet werden

Ein Tag im Pflegeheim kostet in Kärnten 91 Euro, in Vorarlberg 150 Euro. „Wir haben einen besseren Pflegeschlüssel, den wir noch verbessern wollen, weil wir keine Fachkräfte finden“, erklärt Wiesflecker den enormen Unterschied bei den Kosten. Ihr sei schleierhaft, wie Kärnten das um diesen Preis machen könne.

Exorbitant hohe Kosten nur in Vorarlberg

Einen Heimplatz zu errichten, kostet laut Rechnungshofbericht in Vorarlberg 195.000 Euro, der höchste Wert in ganz Österreich. In Oberösterreich kostet das fast 100.000 Euro weniger. „Wir wissen, dass Lebenshaltungs- und Lohnkosten in Vorarlberg höher sind“, sagt Wiesflecker. Sie gehe davon aus, dass vor allem die höheren Arbeitskosten zu Buche schlagen. Auch habe man einen anderen Qualitätsstandard in der Architektur und der Ausstattung.

RH: Pflegekosten werden rapide ansteigen

Der Rechnungshof kommt zu einer ernüchternden Erkenntnis: Weder personell noch finanziell sei Österreich in Sachen Pflege nicht auf die Zukunft vorbereitet.

Der Rechnungshofbericht geht davon aus, dass die Zahl der pflegenden Angehörigen in Zukunft dramatisch zurückgehen wird. Da müsse im ambulanten Bereich angesetzt werden, bevor man stationäre Plätze ausbaut, sagt Wiesflecker. Aber klar sei auch, dass man künftig mehr Geld für die Pflege brauchen werde.