Gerissenes Reh
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Chronik

Hund reißt Rehe im Auer Ried in Lustenau

Seit dem letzten Oktober wurden im Auer Ried in Lustenau insgesamt drei Rehe gerissen. Vermutlich von einem Hund. Eine Fotofalle soll nun den entscheidenden Hinweis geliefert haben. Demnach handelt es sich um einen Hund der Rasse Dogo Argentino.

Reinhard Hellmair ist der Hegemeister vom Auer Ried in Lustenau und gleichzeitig Jagdaufseher und Naturwächter für dieses Gebiet. Seit etwa Ende Oktober letzten Jahres bis jetzt verzeichnet er drei gerissene Rehe. Gerissen von einem Hund, wie Hellmair sich sicher ist. Der letzte Rehriss ist demnach erst vor rund drei Wochen passiert.

Hund reißt Rehe

Im Auer Ried im Gemeindegebiet von Lustenau hat ein Hund bisher drei Rehe gerissen. Jäger sind empört, es wurden inzwischen Fotofallen aufgestellt.

Verletzungen deuten auf einen Hund hin

Die äußeren Verletzungen und auch das Fraßmuster weisen laut Hellmair eindeutig auf einen Hund hin. Die Tiere seien immer an Wochenenden und in der Nacht gerissen worden. Um herauszufinden um welchen Hund es sich handelt, hat der Jagsaufseher am Fundort des letzten gerissenen Rehs eine Kamera aufgestellt. Hellmair ist der Überzeugung, dass ein Hund – ähnlich wie ein menschlicher Täter -immer wieder an den Tatort zurückkehrt.

verdächtiger Dogo Argentino
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Hinweise an die Polizeiinspektion Lustenau:

+4359133 8144-100

Die Bilder der Wildkamera zeigen einen Dogo Argenino. Eine Jagdhundrasse, die ehemals in Südamerika zur Wildschweinjagd gezüchtet worden sind. Mit einer Schulterhöhe von fast 70 cm und mit eine Gewicht von 45 Kilogramm – ein entsprechend gefährlicher Jäger. Deshalb der Appell von Hellmair: Falls jemand etwas beobachtet haben sollte, den Hund kennt oder vielleicht selbst der Hundebesitzer ist, möge sich entweder bei ihm oder der Polizeiinspektion Lustenau melden.

Wildernder Hund kein Einzelfall

Bezirksjägermeister von Feldkirch Wolfgang Hofmann sagt im Vorarlberg-Heute-Interview, dass es sich in Lustenau nicht um einen Einzelfall handelt. Die Jägerschaft verliere immer wieder Rehe durch wildlaufende Hunde. Vor allem im Frühjahr, wenn die Rehe trächtig sind und nicht so schnell vor hetzenden Hunden flüchten können. Er hoffe zwar, dass es in Vorarlberg keine Hundehalter gibt, die ihre Hunde absichtlich zum Jagen verwenden, denn das wäre Wilderei, ganz ausschließen könne man das aber nie, so Hofmann.

Jäger Wolfgang Hofmann im Gespräch

Wolfgang Hofmann, Bezirksjägermeister von Feldkirch, über Hunde, die Rehe reißen und den aktuellen Fall in Lustenau.

Geldstrafe bei Wilderei

Die Jagdaufsicht habe sehr wohl Möglichkeiten Hundebesitzer zurechtzuweisen, so Hofmann. Das Jagdgesetz sehe aber auch vor, dass wenn ein Hund, der körperlich in der Lage ist ein Reh zu reißen, beim Wildern angetroffen wird, diesen Hund auch zu schießen. Allerdings, so Hofmann, seien die Jäger oft selbst Hundebesitzer und wollen Hunden prinzipiell nichts Böses. Ansonsten ist das Wildern ein Eingriff in das Jagdrecht des jeweiligen Pächters. Wird ein Tier gerissen, wird dies als Sachschaden gewertet, der vom Hundehalter beglichen werden muss. Es droht also eine Geldstrafe.

Deshalb lobt Hofmann die Vorgehensweise des zuständigen Jagdaufsehers im Auer Ried in Lustenau, welcher auf diesem Weg versuche die Situation zu regeln. Nun sei die Mithilfe der Bevölkerung gefragt.

Verhalten gegenüber einem wildernden Hund

Prinzipiell müsse man aber davon ausgehen, dass ein Hund, der drei Rehe gerissen hat auch für Menschen potentiell gefährlich ist. Hofmann rät, wenn man einem solchen Hund beim Wildern begegnet nicht davon zu laufen, sondern unbedingt beherrscht stehen zu bleiben. Denn erst durch das Weglaufen werde der Beutetrieb, der schon im Jagdmodus sein, weiter angetrieben werden könnte.