Frau im Dunkeln, streckt die Hand aus
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Politik

Oranges Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Jede fünfte Frau erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt. Allein in Vorarlberg wird alle 36 Stunden ein Betretungsverbot ausgesprochen. Heute startet die Aktion „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“. Um ein Zeichen zu setzen, werden heute zehn Gebäude in Vorarlberg in Orange erleuchten.

Zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, erstrahlen weltweit Gebäude in oranger Farbe, um auf das Problem aufmerksam zu machen. In ganz Österreich werden anlässlich der UN-Women-Kampagne „Orange the World 2019“ mehr als 130 Gebäude orange beleuchtet. In Vorarlberg sind das u.a. der Martinsturm Bregenz, der Renaissancepalast Hohenems und der Bettenturm des Landeskrankenhauses Feldkirch. In Orange erstrahlen außerdem die „Villa“ Lustenau, das Schloss Wolfurt, die Pfarrkirchen Heilig Kreuz und St. Laurentius Bludenz sowie das Stadtmuseum Dornbirn.

Oranges Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Am Montag startet die Aktion „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“. Um ein Zeichen zu setzen, werden zehn Gebäude in Vorarlberg in Orange erleuchten.

Martinsturm orange beleuchtet
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Martinsturm in Bregenz beleuchtet

Unterstützer versammelten sich im Innenhof

Im Innenhof des Bregenzer Landhauses versammelten sich bereits letzte Woche Landtagspräsident Harald Sonderegger (ÖVP), die beiden Vizepräsidentinnen Monika Vonier (ÖVP) und Sandra Schoch (Grüne), Landesrätin Katharina Wiesflecker (sowie weitere Abgeordnete und Unterstützerinnen und Unterstützer mit Mitgliedern der Soroptimist Clubs Bregenz/Rheintal und Dornbirn, um die Initiative in den Mittelpunkt zu rücken.

Unterstützer und Unterstützerinnern der Aktion im Innenhof des Landhauses in Bregenz
Vorarlberger Landtag/Christine Fetz
Unterstützerinnen und Unterstützer im Innenhof des Landhauses

Gewalt in der Beziehung

Jede fünfte Frau ist in Österreich von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Meist handelt es sich dabei um Beziehungstaten. Vielfach findet Gewalt gegen Frauen aber im Verborgenen statt. Die Angst um das eigene Leben oder um das der Kinder hindert viele Frauen daran, Hilfe zu suchen. Gewalt ist laut Wiesflecker in unserer Gesellschaft immer noch tief verwurzelt, deshalb sei es enorm wichtig, das Thema offen anzusprechen, und engagiert und mutig gegen Gewalt vorzugehen. Damit Frauen besser von Gewalt geschützt werden können, fordert Jeannette Greiter, die Landesvorsitzende der SPÖ-Frauen, ein Soforthilfe-Paket in Höhe von vier Millionen Euro.

Bei der Vorarlberger Gewaltschutzstelle waren im Jahr 2018 von 616 Hilfesuchenden 543 Frauen. Die Tatausübenden sind laut Wiesflecker zu 91 Prozent männlich. In der Frauennotwohnung des ifs haben im vergangnen Jahr 70 Frauen mit 78 Kindern Zuflucht gefunden.

Orange the world Fahne vor dem Landeskrankenhaus Feldkirch
Vorarlberger Landeskrankenhaus-Betriebsgesellschaft
Orange the orld Fahne vor dem Landeskrankenhaus Feldkirch

Österreichweit sind 2018 laut Kriminalstatistik 70 Menschen, davon 41 Frauen, ermordet worden. Mehr als drei Viertel der Mordopfer standen in einem Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsverhältnis zum Täter. Laut Wiesflecker gehe deshalb das größte Sicherheitsrisiko vom eigenen Partner oder nahen Familienangehörigen aus.