Trompete
lakeemotion – Fotolia
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Chronik

15 Monate Haft für Musikinstrumente-Dieb

Ein 30-jähriger Mann hat sich am Freitag vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten müssen, weil er aus einem Vorarlberger Fachgeschäft Musikinstrumente im Wert von mehr als 120.000 Euro gestohlen haben soll. Der Rumäne, der sich nicht schuldig bekannte, wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt.

In der Nacht auf den 15. April 2019 waren aus einem Musikgeschäft in Wolfurt bei einem Einbruch 39 hochwertige Musikinstrumente verschwunden. Die Täter drangen über den Keller ins Gebäude ein und stahlen Querflöten, Klarinetten, Saxofone, Trompeten, Waldhörner und Panflöten im Wert von über 120.000 Euro, die sie mit einem oder mehreren Fahrzeugen abtransportierten.

Keine Spur von Beute

Umfangreiche Erhebungen und die Tatortarbeit brachten die Polizei schließlich auf die Spur des rumänischen Verdächtigen. Nach einem europäischen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Feldkirch wurde der 30-Jährige Anfang August in seiner Heimat festgenommen. Von den Instrumenten fehlt aber bis heute jede Spur. Die Polizei ging davon aus, dass sie der Mann bereits weiterverkauft hatte.

Trotz der am Tatort sichergestellten DNA-Spuren blieb der Angeklagte dabei, er sei nicht schuldig. Er sei noch nie in seinem Leben in dem Musikfachgeschäft gewesen. Dass seine Spuren dort gefunden wurden, erklärte der Mann vor dem Schöffensenat mit einer angeblichen „Racheaktion“. Jemand habe seine Spuren auf der Türklinke platziert, um ihm die Tat in die Schuhe zu schieben.

Urteil nicht rechtskräftig

Das Gericht folgte jedoch der Anklage und verpflichtete den 30-Jährigen in seinem Urteil zudem zum Schadenersatz in Höhe von 75.000 Euro, was dem Wiederbeschaffungswert der Instrumente entspricht, und sprach den Verfall des durch die Tat erlangten Vermögens in Höhe von weiteren 75.000 Euro aus. Über den Schuldspruch zeigte sich der dreifache Familienvater empört. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft meldeten Rechtsmittel an, damit ist die Entscheidung nicht rechtskräftig.

Aufgrund der Spurenlage geht die Polizei davon aus, dass der Rumäne auch in der Schweiz weitere Einbruchsdiebstähle in Musikgeschäfte verübt hat, ebenfalls mit hohem Sachschaden. Die Schweizer Behörden beantragten daher bereits die Auslieferung des Verdächtigen, auch dazu zeigt sich der Mann bisher nicht geständig. Laut Staatsanwalt Markus Fußenegger laufen zudem weitere Ermittlungen gegen den 30-Jährigen in Österreich. Dabei gehe es um einen Einbruch in ein Lebensmittelgeschäft mit einem Schaden von rund 18.000 Euro, der aber nicht Gegenstand der Verhandlung am Freitag war.