Landesrat Johannes Rauch (Grüne)
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Rauch glaubt weiter nicht an S18

Landesrat Johannes Rauch (Grüne) glaubt weiter nicht daran, dass die S18 realisiert werden kann. Am Dienstag hatte die Asfinag bekanntgegeben, dass diese hochrangige Autobahnverbindung in die Schweiz aus technischer Sicht möglich wäre.

Rauch glaubt weiter nicht an S18

Landesrat Johannes Rauch (Grüne) glaubt weiter nicht daran, dass die S18 realisiert werden kann. Am Dienstag hatte die Asfinag bekanntgegeben, dass diese hochrangige Autobahnverbindung in die Schweiz aus technischer Sicht möglich wäre.

Eine Verbindung zwischen der Autobahn in Vorarlberg und jener in der Schweiz braucht es zwar auch aus Sicht von Grünen-Chef Rauch, „aber nicht an der dümmsten Stelle, sondern an der klügsten. Und die klügste Stelle ist einfach in der Mitte.“ Asfinag und ÖVP wünsche er „viel Vergnügen“, wenn sie weiter an die beiden diskutierten Varianten – „Z“ und „CP“ – glauben wollten. Das Verfahren werde, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, fortgeführt. „Meine Prognose ist: Es wird scheitern“, so Rauch.

Die beiden derzeit im Raum stehenden S18-Varianten – eine mitten durch das Ried, eine am Ostrand von Lustenau – seien naturschutzrechtlich nicht genehmigungsfähig und außerdem technisch derart aufwändig, dass die Umsetzung viel zu teuer käme.

Rauch erkennt Muster

Warum die ÖVP nach wie vor an dem Projekt festhalte, ist für Rauch daher unverständlich. Er erkennt an der Spitze der Landespolitik ein Muster, das sich schon über mehrere Jahrzehnte erstreckt: Die Landeshauptleute Kessler, Purtscher, Sausgruber und Wallner hätten immer kurz vor der Wahl gesagt, dass die S18 bald komme. „Man müsste die Gnade haben zu sagen: Wir verabschieden uns von diesem Luftschloss, von diesem potemkinschen Dorf S18, das so einfach nicht realisierbar ist.“

Rauch spricht sich dafür aus, mit der Asfinag Gespräche bezüglich Rheintal-Mitte aufzunehmen. Die Anbindung der Dornbirner Betriebsgebiete an die Autobahn ermöglicht aus Sicht der Grünen die Chance, gleich auch eine Verbindung in die Schweiz zu realisieren. Zudem brauche es eine generelle Klimawende in der Verkehrspolitik. Hier setzen die Grünen auf den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, damit das Auto gegen Bus und Bahn getauscht wird.

ÖVP: S18 ist keine Glaubensfrage!

„Ob ein Straßenprojekt realisiert werden kann, ist keine Frage des Glaubens“, reagiert VP-Klubobmann Roland Frühstück mit Unverständnis auf die aktuellen Aussagen von Landesrat Johannes Rauch in Sachen S18. Aus Sicht von Frühstück habe sich seriöse Politik an Fakten zu orientieren und die lägen bei diesem Straßenprojekt nun auf dem Tisch: „Die ASFINAG hat klar gestellt, dass beide Varianten technisch machbar sind. Fakt ist auch, dass diese beiden Projektvarianten die größte Entlastungswirkung für die rund 40.000 Bewohnerinnen und Bewohner des unteren Rheintals bringen!“

Abgestimmte Vorgehensweise mit der Schweiz

Frühstück kann auch nicht nachvollziehen, wieso Landesrat Rauch wieder sogenannte „Alternativ-Varianten“ ins Spiel bringe, die schon deshalb nicht realistisch seien, weil sie mit dem Nachbar Schweiz nicht abgestimmt sind, bzw. dort mit massivem Widerstand der Bevölkerung zu rechnen sei: „Wir brauchen eine Anschlussstelle an die Schweizer Autobahn, die von unseren Nachbarn akzeptiert wird. Diese ist nur bei den Varianten „Z“ und „CP“ gegeben“, so Frühstück abschließend.