Vorarlberger bei der Stimmabgabe für die Nationalratswahl 2019
Mathis Fotografie
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Landtagswahl

Werbe-Experte kritisiert Verrohung der Sprache

Gerhard Hofer, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, beklagt die Verrohung der Sprache im Landtagswahlkampf. Besonders die FPÖ nimmt er dabei ins Visier. Die weist die Kritik zurück.

„Wieder mehr Gerechtigkeit für Vorarlberg“, „Vorarlberger schützen statt kriminelle Asylwerber“: Mit diesen Slogans werben die Freiheitlichen im Landtagswahlkampf für ihre Sicherheitspolitik. Für Hofer ist das eine inakzeptable Wortwahl: „Wo wären wir, wenn alle sagen würden: ‚Vorarlberg zuerst‘ oder ‚Österreich zuerst‘? Wir wären noch auf den Bäumen, weil unsere Wirtschaft lebt davon, dass wir eben nicht Vorarlberg zuerst, sondern groß denken und weltweite Kontakte pflegen.“

Hofer fordert, dass die Parteien diese Art der Wahlwerbung unterlassen. Er betont, dass damit nicht nur die FPÖ gemeint sei und kritisiert auch den generellen Umgangston in der Politik: „Diese unsensible Art der Sprachverwendung hat direkte Auswirkungen auf unser Miteinander und wie wir miteinander sprechen.“

Bitschi: „Klare Botschaft“

FPÖ-Landeschef Christof Bitschi geht in die Offensive und wirft Hofer vor, sich mehr um die Sicherheit krimineller Asylwerber als der Vorarlberger zu sorgen. Die FPÖ habe eine klare Botschaft auf den Wahlplakaten: Dass niemand ins Land kommen dürfe, vor dem man sich dann schützen müsse.

„Im Übrigen finde ich es schon interessant, dass hier offenbar ein grüner Parteifunktionär unter dem Deckmantel seiner Funktion als Obmann der Fachgruppe Werbung parteipolitisch in den Wahlkampf eingreift. Das ist aber eine Sache, die Herr Hofer und die Fachgruppe der Wirtschaftskammer ausmachen müssen“, so Bitschi abschließend.