Vorarlbergs Grünen Chef Johannes Rauch
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Rauch will 17 Prozent – „eher mehr“

Der Landesparteivorsitzende der Grünen, Johannes Rauch, war am Donnerstag zu Gast im „Vorarlberg heute“-Kandidatencheck. Bei der kommenden Landtagswahl in Vorarlberg geht es darum, ein Ergebnis von 17 Prozent zu verteidigen. Im Bund geht es um den Wiedereinzug in den Nationalrat.

Die Kritik des ehemaligen grünen Abgeordneten Peter Pilz, dass seine einstige Partei nur auf der der Welle von Greta Thunberg surfe, wies Rauch am Donnerstag im Gespräche mit Gerd Endrich, Zentraler Chefredakteur des ORF Vorarlberg, und „Vorarlberg heute“-Moderatorin Martina Köberle zurück. „Der Rausflug aus dem Parlament war nicht nur eine schmerzhafte Erfahrung, sondern auch eine heilsame. Wir haben aus unseren Fehlern wirklich gelernt.“

Zum Nachsehen: Johannes Rauch im Kandidatencheck

Der Landesparteivorsitzende der Grünen, Johannes Rauch, war am Donnerstag zu Gast im „Vorarlberg heute“-Kandidatencheck. Bei der kommenden Landtagswahl in Vorarlberg geht es darum, ein Ergebnis von 17 Prozent zu verteidigen.

Die Kernthemen der Grünen – wie Umwelt- und Klimaschutz – dürften nicht vernachlässigt werden. Das sei auf der Bundesebene angekommen. „Und durch die Fridays-for-future-Bewegung und Greta Thunberg ist noch einmal Schwung in die Debatte gekommen. Aber was vor allem nicht mehr von der Hand zu weisen ist aufgrund der weltweiten Ereignisse, ist, dass hier etwas in Gang ist, was uns massiv bedroht“, so Rauch weiter.

Klimanotstand ausgerufen

In Vorarlberg, wo die Grünen seit 2014 in der Landesregierung sitzen, habe man in der letzten Landtagssitzung einen wegweisenden Beschluss gefasst und den Klimanotstand ausgerufen. Dazu habe man eine ganze Reihe an Maßnahmen beschlossen: „Unter anderem, dass alle Projekte, alle Förderungen, alle Maßnahmen des Landes Vorarlberg dahingehend überprüft werden, ob sie klimatauglich, ob sie zukunftstauglich sind.“

Rauch will Zehn-Minuten-Takt

Als Verkehrslandesrat war Johannes Rauch für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zuständig. Dies Funktion würde er gerne weitere fünf Jahre ausüben. Derzeit werde nur über die S18 und die Tunnelspinne diskutiert, sagte Rauch. „Was wir brauchen werden, und zwar rascher, als wir denken, ist ein drittes Gleis im Rheintal, um den öffentlichen Verkehr abzuwickeln. Was wir brauchen werden ist frisches Geld im öffentlichen Nahverkehr, weil meine Vision ist ein Zehn-Minuten-Takt in Vorarlberg.“

Kandidatencheck Johannes Rauch

Im heutigen Kandidatencheck zur Landtagswahl 2019 ist der Vorsitzende der Grünen Johannes Rauch zu Gast.

Ein Thema, das die Grünen immer wieder beschäftigt, ist die Landesgrünzone. Den Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen und dem Umweltschutz will Rauch mit einem Ökokonto schaffen: „Das werden wir jetzt in einem Pilotprojekt ausprobieren, wo es einfach darum geht, dass Kommunen, also Gemeinden, ein Stück weit einzahlen wie auf ein Sparbuch, indem sie Umweltmaßnahmen machen.“ Wenn sie dann etwas aus der Landesgrünzone herauslösen, können sie es auf diese Weise kompensieren.

Stimmen als Gradmesser für politisches Gewicht

Als Wahlziel gibt Rauch zumindest jene 17 Prozent Stimmenanteil aus, die die Grünen bei der letzten Landtagswahl 2014 erreicht haben. „Das ist immer das Ziel der Politik, weil Prozente sagen ja nicht nur aus, was man jetzt gerade am Wahltag an Stimmen gemacht hat. Stimmen sind ein Instrument dafür, politisches Gewicht zu haben. Und politisches Gewicht kann und soll und wird umgemünzt in Vorhaben.“