Grünen-Spitzenkandidat bei einem Wahlkampfauftritt in Dornbirn
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Politik

Kogler schließt Schwarz-Grün nicht aus

Der grüne Spitzenkandidat für die Nationalratswahl, Werner Kogler, hat Vorarlberg am Dienstag einen Besuch abgestattet. Statt als EU-Mandatar über die neue EU-Kommissionspräsidentin abzustimmen, war er auf Wahlkampftour – und sagte auch, welche Koalition für ihn möglich wäre.

Das Thema Klimaschutz sorgt dafür, dass sich die Grünen im Umfragehoch befinden: Zehn Prozent und mehr sagen die Meinungsforscher voraus. Umfragekaiser waren die Grünen schon immer, weswegen Kogler auf solche Erhebungen auch nicht viel gibt. „Wir kämpfen uns von ganz unten zurück. Und auch der Erfolg bei den Europawahlen lässt uns die Bodenhaftung nicht verlieren.“

Werner Kogler auf Wahlkampftour in Dornbirn

Bahnhof Dornbirn statt EU-Parlament: Eigentlich hätte Grünen-Sprecher Werner Kogler am Dienstag als EU-Mandatar über die neue EU-Kommissionspräsidentin abstimmen sollen. Stattdessen ist er auf Wahlkampf-Tour.

14,08 Prozent erzielten die Grünen bei der Europawahl, bei der Kogler eigentlich Spitzenkandidat war. „Es war klar, diese grüne Bewegung im österreichischen Nationalrat ist jetzt wichtiger“, begründete Kogler seine Entscheidung, nicht ins EU-Parlament einzuziehen. „Im Europaparlament sind schon 70 gute Grüne, und jetzt versuchen wir unser Comeback hier.“

„Brauchen Korruptionsfreiheit“

Zu einer möglichen Koalition mit der ÖVP äußerte sich Kogler kritisch, schloss sie aber nicht von vornherein aus. „Wir brauchen Korruptionsfreiheit in Österreich, da ist lange nicht alles sauber bei den anderen, speziell bei der ÖVP.“ Die Grünen hätten aber in Vorarlberg, Tirol und Salzburg bewiesen, „dass Grün-Schwarz, Schwarz-Grün besser ist als Schwarz-Blau. Und das wollen wir natürlich auch auf Bundesebene anbieten und einlösen – wenn’s passt.“ Die Nationalratswahl findet am 29. September statt.