Karsten Rinck und sein Hund Lotte sind schon zweieinhalb Jahre unterwegs, von Hamburg aus wandern sie zu Fuß durch Europa.
Karsten Rinck
Karsten Rinck
„Ansichten“

„Mütze“ on Tour: Zu Fuß durch Europa

Karsten Rinck und sein Hund Lotte sind schon zweieinhalb Jahre unterwegs – von Hamburg aus wandern sie zu Fuß durch Europa. Mit 12.320 Kilometern haben sie die Hälfte ihrer Reise hinter sich. ORF-Moderatorin Ulli von Delft traf die beiden für ihre Sendung „Ansichten“ in Dornbirn.

Gestartet sind Karsten Rinck und seine Hündin Lotte in Grünendeich, einer Gemeinde in Norddeutschland, etwa eine Autostunde von Hamburg entfernt. Die Motivation für diesen langen Fußwanderweg waren seelische Probleme. Ohne eine konkrete Diagnose fühlte der gelernte KFZ-Meister, dass etwas in seinem Kopf nicht stimmte.

Er entschied, dass er keinen Therapeuten brauchte, sondern ein Projekt, das ihm helfen würde, wieder aufzublühen. Er belud einen Handwagen mit der notwendigsten Ausrüstung, schrieb in großen Buchstaben ‚Mütze on Tour – Europa‘ auf die Außenwand und machte sich auf eine außergewöhnliche Reise.

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Karsten Rinck und sein Hund Lotte sind schon zweieinhalb Jahre unterwegs, von Hamburg aus wandern sie zu Fuß durch Europa.
Ulli von Delft
Karsten Rinck und sein Hund Lotte sind schon zweieinhalb Jahre unterwegs, von Hamburg aus wandern sie zu Fuß durch Europa.
Ulli von Delft
Karsten Rinck und sein Hund Lotte sind schon zweieinhalb Jahre unterwegs, von Hamburg aus wandern sie zu Fuß durch Europa.
Karsten Rinck

Der Weg und seine Herausforderungen

Es war nicht immer einfach, erzählt Rincke in den „Ansichten“. Es gab Zeiten, in denen sie in Bushaltestellen schlafen mussten, weil Herbergen keine Hunde aufnahmen oder Restaurants sie nicht hereinließen. Das Wetter war oft ein Problem, besonders im November und Dezember, als sie auf 800 Meter Höhe in Spanien waren. Es war kalt, nass und windig, und oft blieben nur kleine Vordächer zum Übernachten. Trotz dieser Herausforderungen blickt der Mann jetzt auf diese Zeit als eine schöne Erinnerung zurück. Er sagt, dass er über die schwierigen Zeiten lachen kann, weil er sie überlebt hat.

Körperliche Beschwerden und Selbstgespräche

Natürlich gab es auch körperliche Beschwerden. Blasen an den Füßen waren häufig, meistens verursacht durch eigene Unachtsamkeiten, etwa falsch geschnürte Schuhe oder schlecht sitzende Socken. „Doch im Durchschnitt hatte ich weniger als eine Blase pro Monat und das ist eindeutig etwas Positives“, sagt der sympathische Norddeutsche. Auf einsamen Wegen führt er ab und zu Selbstgespräche, manchmal in Form von humorvollen Interviews mit sich selbst. Er sagt, dass es ihm hilft, die Leichtigkeit in seiner Situation zu finden und über seine eigene Blödheit zu lachen.

Sendungshinweis

„Ansichten“ mit Ulli von Delft, am Sonntag, 15. Oktober 2023 zwischen 11.00 und 12.00 Uhr bei ORF Radio Vorarlberg

Inspiration und die Zukunft

Die Inspiration für die Reise kam vom Kanadier Jean Bileveau, der elf Jahre lang um die ganze Welt lief. Karsten Rinck plante ursprünglich ein ähnliches Projekt, entschied sich aber schließlich, es auf Europa zu reduzieren.

Jetzt, nachdem er die Hälfte seiner Reise hinter sich hat, ist er zuversichtlich, dass er den Rest schaffen kann. Als ‚Mütze on Tour‘ findet man ihn bei Facebook, Instagram oder X (ehemals Twitter), zudem schreibt einen Blog. Seine Berichte sind authentisch, voller Selbstironie und natürlich voller Abenteuer. In seinem Blog erklärt er auch, warum er „Mütze“ genannt wird. Der Spitzname sei ein „Überbleibsel“ aus seiner Lehrzeit, damals habe er in der Werkstatt oft eine Schirmmütze getragen.