Alois Niederstätter
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„Focus“

Einblicke in die Landesgeschichte

Alois Niederstätter gibt in der aktuellen „Focus“-Sendung Einblicke in die Vorarlberger Landesgeschichte. Der ehemalige Leiter des Landesarchivs erzählt Dinge, die viele nicht über Voralberg wissen.

Wie wurde Vorarlberg zu einem Land, wie lebten die Menschen früher? Womit verdienten sie ihr Geld? Der fleißige Vorarlberger dürfte eine Zuschreibung von außen gewesen sein, die erst im 20. Jahrhundert entstanden ist. Nach dem zweiten Weltkrieg galt Vorarlberg aufgrund der Industrialisierung als der goldene Westen. Früher war man eher Bregenzerwälder oder Montafoner, bevor sich das Bewusstsein „Vorarlberger oder Vorarlbergerin zu sein“, ausgebildet hat.

Heirat erst mit 30 Jahren

Der Historiker Niederstätter erzählt die Geschichte vom „Kanton Übrig“, vom Krumbacher Weiberaufstand, die Geschichte von der Schlacht an der roten Egg, für die es allerdings keinen historischen Beleg gibt. „Die Frauen hatten im Bregenzerwald eine nicht unbedeutende Rolle, sie vereinbarten wer wen heiraten sollte und welche Güter dadurch zusammengelegt wurden“, sagt Alois Niederstätter.

Geheiratet wurde bis zum 19. Jahrhundert erst mit 30 Jahren. Erst wenn die Eltern starben und der Sohn den Hof übernehmen konnte, konnte er heiraten. Mit dem Wetterläuten versuchten die Menschen, Gewitter zu vertreiben und eine römische Hochzeit war die Heirat zwischen zwei Menschen, die eigentlich zu arm für eine Hochzeit waren und vom örtlichen Pfarrer nicht getraut wurden. Sie mussten nach Rom pilgern.

Mit 30.000 Einwohnern galt Vorarlberg als übervölkert

Das Leben im Ort war nicht immer harmonisch. „Auf handgreifliche Art und Weise kümmerte man sich um seine Ehre und versuchte Entscheidungen im Ort in die gewünschte Richtung zu lenken.“ Alois Niederstätter spricht über die Rolle der Priester, die durch die Beichte oft mächtig waren, sie wussten ja alles.

Zur Person
Alois Niederstätter hat in Salzburg Geschichte und Germanistik studiert und 38 Jahre im Vorarlberger Landesarchiv gearbeitet, fast 20 Jahre als Leiter. An der Universität Innsbruck hielt der Historiker Vorlesungen über das Mittelalter, historische Hilfswissenschaften und Urkundenlehre.

Mit 30.000 Einwohnern galt Vorarlberg im Spätmittelalter als „überbevölkert“. Das war so lange der Fall, bis die Menschen in der Lage waren, die Flüsse zu verbauen und so den Siedlungsraum zu erweitern. Wenn Kriege geführt wurden oder Missernten auftraten, dann standen die Menschen am Rande des Abgrunds. Die Menschen mussten sich im Laufe der Geschichte immer wieder neu orientieren. Reich war, der Bauer war, als Händler arbeitete und Geld verlieh.

Das politische Vorarlberg

Erst im 18. und 19. Jahrhundert entstand allmählich das Land Vorarlberg. Nach dem ersten Weltkrieg gab es in Vorarlberg eine Initiative, dass Vorarlberg der Schweiz beitreten soll. Aber die Schweiz wollte nicht so recht und die Siegermächte entschieden anders.

Bücher:

  • Vorarlberg kompakt, 101 Fragen 101 Antworten, Universitätsverlag Wagner
  • Vorarlberg kompakt für Fortgeschrittene, Universitätsverlag Wagner
  • Wäldar ka nüd jedar sin! Universitätsverlag Wagner

Musik:

  • Best oft Stemmeisen und Zündschnur CD1
    Wäldar ka nüd jedar sin – Live
  • Wälderwahn: Hascht Du Ghörig Tong