Brandolf und Heria Höss
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„Ansichten“

Heria und Brandolf Höss in den „Ansichten“

Zu Gast in den „Ansichten“ von Radio Vorarlberg sind Heria und Brandolf Höss von der Alamannischen Brauchtums- und Kulturgemeinschaft Vorarlberg. Die beiden haben das Alamannen-Museumsdorf in Mäder gegründet.

Gleich eines vorweg, es ist kein Schreibfehler, das ‚A‘ in alamannisch. Heria und Brandolf Höss haben sich für die alte Schreibweise entschieden, denn ihr Interesse gilt dem Frühmittelalter, einer Zeit um etwa 530. Heutzutage lesen wir meistens die ‚alemannische‘, also die neuere Variante.

Sendungshinweis: „Ansichten“ mit Ulli von Delft, Radio Vorarlberg, 26.4.2020, 11.00 Uhr

In Mäder in einer kleineren Waldlichtung haben die beiden ein alamannisches Museumsdorf gebaut, einen frühmittelalterlichen Hof. Dazu gehört ein größeres Haus, in dem die Familien damals gelebt haben, zwei kleinere Gebäude, in denen Handwerk betrieben wurde, ein Altar, eine Feuerstelle und ein Backofen aus Naturlehm aus dem Wald.

Alamannendorf
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Überleben in Einklang mit der Natur

Wer damals überleben wollte, konnte das nur im Einklang mit der Natur. Dieses Naturwissen, das Erlernen alter Handwerke, den Umgang mit Pflanzen und Tieren, geben die zwei Wildnispädagogen an Schulkinder oder interessierte Menschen weiter.

In der „Alamannenschule“ gibt es museumspädagogische und naturpädagogische Angebote für Schulen, Jugendliche oder Erwachsene. Man kann sich berufsbegleitend zum Waldläufer oder Wildnispädagogen ausbilden lassen und jede Menge über das Leben, Menschen und Natur und über sich selbst lernen.

„Das heutige Wissen über die Alamannen wird vor allem von der Archäologie getragen und von Schriftquellen gestützt“, sagt Brandolf Höss, dazu kommen die Ergebnisse der Experimentalarchäologie, Abbildungen und Vergleiche mit verwandten Kulturen. "Das Gesamtbild das daraus entsteht, ist zwar immer noch sehr lückenhaft, aber dennoch schon ungeheuer spannend, lehrreich und tiefsinnig.“

Alamannendorf
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Kraft aus der Natur schöpfen

Das Erlernen alter Handwerke, Spurenlesen im Wald, das aufmerksame Studieren der Tier- und Pflanzenwelt ist nicht nur spannend, sondern macht Spaß. Man lernt automatisch den respektvollen Umgang mit der Natur und es entstehen neue Blickwinkel auf unsere Heimat.
In den „Ansichten“ erzählen die beiden von ihrer Liebe zum Mittelalter, wie sie aus der Natur die Kraft schöpfen auch herausfordernde Situationen zu meistern und wie sie über die derzeitige Situation denken.

Moderatorin Ulli von Delft im Alamannendorf
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„Ansichten“-Moderatorin Ulli von Delft im Alamannendorf