„Focus“

Der Preis der Hoffnung am Ende des Lebens

Wie man Gefühle bei sich und anderen erkennt, deutet und zulässt, darüber spricht Psychotherapeutin Daniela Tausch am Samstag in der Radio Vorarlberg Sendung „Focus – Themen fürs Leben“. Der Leiter der Palliativstation Otto Gehmacher erzählt von seinen täglichen Erfahrungen und den Preis der Hoffnung am Ende des Lebens.

Sendungshinweis: „Focus“ – Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 8. Februar 2020, 13.00 bis 14.00 Uhr

Daniela Tausch, Psychologin, Psychotherapeutin und Psychoonkologin. Sie ist die Initiatorin des Stuttgarter Hospizes: „Ich erlebe die therapeutische Arbeit als einen schöpferischen Prozess, in dem ich gerne Menschen begleite.“

Die Sendung zum Nachhören:

Daniela Tausch
Privat
Daniela Tausch

Tausch plädiert dafür, Gefühle zuzulassen, nicht zu unterdrücken oder zu vermeiden. „Wir, nur wir, sind für unsere Gefühle verantwortlich. Wir sollten uns die Frage stellen: Warum macht mich das wütend, traurig oder zornig? Was steckt dahinter? Wenn mich ein Mensch zornig macht, was sagt das über mich aus? Ein gelassener Umgang mit den Gefühlen erleichtert das Leben, das Zusammenleben.“

Was kostet die Hoffnung?

Gefühle sind ganz früh in der Evolution angelegt, die wichtigsten davon, wie Angst, Zorn, Freude, Ekel, Liebe, Scham, Traurigkeit werden weltweit von demselben Gesichtsausruck begleitet. Wir werden mit Gefühlen geboren, doch wie und ob wir sie erkennen, müssen wir erst lernen. „Auch Babys drücken ihre Gefühle aus – ohne Worte allerdings. Leider verlernen wir es auf unsere Gefühle zu hören, wir lernen sie zu regulieren“, sagt Dr. Tausch.

Otto Gehmacher
Privat
Otto Gehmacher

Otto Gehmacher, der Leiter der Palliativstation im Landeskrankhaus Hohenems, spricht über den Preis der Hoffnung am Ende des Lebens, wenn teure Medikamente viel kosten und ein bisschen Hoffnung durch persönliche Gespräche, durch Zuwendung günstig zu haben wäre. Die Hoffnung auf Heilung, auf Stabilisierung der Schmerzen, auf einen schmerzfreien Tod, es gibt einiges, worauf Menschen an ihrem Lebensende hoffen.

Büchertipp:
Daniela Tausch: Sterbenden nahe sein. Kamphausen 2011.

Podcast und Archiv

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