Psychologin Univ.-Prof. Dr. Barbara Juen
ÖRK/Markus Hechenberger
ÖRK/Markus Hechenberger
„Focus“

Wie Kinder Tod und Sterben erleben

„Kinder im Vorschulalter stellen sich den Tod ganz anders vor als wir Erwachsenen, für sie ist er nicht so endgültig“, sagt Prof. Dr. Barbara Juen. Das kindliche Verständnis von Tod und Sterben schützt die Kinder auf eine bestimmte Art. Kinder glauben nicht, dass jemand nicht mehr wiederkommt, wenn er tot ist, sagt die Expertin.

Sendungshinweis
„Focus“ – Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Allerseelen, 2. November 2019, 13.00 bis 14.00 Uhr

„Tote sind zwar tot, aber sie leben doch noch ein bisschen, Hoffnung kommt in die Trauer hinein. Wenn man lange genug im Sarg war, kommt man heraus aus dem Grab, so stellen sich Kinder den Tod vor.“ Volksschulkinder können sehr wissbegierig sein. Sie wollen wissen, wie es mit dem Sarg in der Erde weiter geht. Und Jugendliche? Jugendliche sprechen oft mit Gleichaltrigen über den Tod eines Freundes oder einer Freundin, mit den Eltern wollen sie nicht reden.

Die Sendung zum Nachhören:

Altersgerecht erklären

Barbara Juen erzählt an Hand von vielen Fallbeispielen, wie Kinder und Jugendliche über den Tod denken und erzählt, was ihnen hilft über ein traumatisches Ereignis hinwegzukommen. Eine Bezugsperson muss ihnen altersgerecht und wahrheitsgetreu erklären, was passiert ist, sagt sie.
Die Expertin weiß, was der Tod der Mama oder des Papas für ein Kind bedeuten, was der Suizid eines Kindes oder eines Jugendlichen bei Geschwistern und Klassenkameraden auslösen kann. Über das Ereignis sprechen oder es nachspielen kann helfen, wie man das angehen kann, erzählt Barbara Juen in der Sendung „Focus – Themen fürs Leben“ am Allerseelentag.

Expertin für Krisenintervention

Prof. Dr. Barbara Juen ist studierte Gesundheitspsychologin. Sie lehrt an der Universität Innsbruck. Ihre Schwerpunkte: Klinische Psychologie, Notfallpsychologie, Krisenintervention, Entwicklungspsychologie. Sie hat das erste Kriseninterventionsteam des roten Kreuzes mitbegründet, ist Spezialistin für Notfallpsychologie, forscht auf dem Gebiet der Akuttraumatisierung. Bei großen Katastrophen und menschlichen Tragödien wie der Brandkatastrophe in Kaprun, dem Lawinenunglück in Galtür und der Massenpanik am Berg Isel hat sie die Krisenintervention geleitet.

Buchempfehlung:

Barbara Juen, Manuela Werth: Dann geh’ ich zu Mama ins Bett. Arbeitsbuch zum Thema Tod und Suizid. Berenkamp.