Eva Fahidi: „Wie man Auschwitz tanzt“

Eva Fahidi hat das KZ Auschwitz-Birkenau überlebt. Wenn sie nun mit 93 Jahren von ihrer Deportation ins Konzentrationslager erzählt, wird es still um sie herum.

Die Begegnung mit der Dame mit den schlohweißen Haaren und den freundlichen Augen bleibt unvergesslich. Besonders auch jener Moment, an dem die leidenschaftliche Tänzerin gemeinsam mit Tanzhaus-Hohenems-Mitgliedern in rhythmische Bewegungen einstimmt. Eva Fahidi war Gast des Carl Lampert Forums in der Kulturbühne AMBACH in Götzis.

Sendehinweis

Focus" – Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 17. November 2018, 13.00 bis 14.00 Uhr

Es wird still im Saal und die Aufmerksamkeit steigt, als die heute 93-Jährige von ihrer Deportation ins KZ Auschwitz-Birkenau erzählt. Der Vater habe nicht geglaubt, dass ihn und seine Familie das Schicksal von Millionen Juden ereilen werde. Immerhin war er zum Katholizismus konvertiert. Er glaubte sich und die Seinen sicher. Es war ein Irrtum.

Mit 18 Jahren ins Konzentrationslager

Am 27. Juni 1944 ist Eva Fahidi 18 Jahre alt. Sie, ihre Eltern und Geschwister werden mit 80 anderen ungarischen Juden in einen Viehwaggon gepfercht. Sie leben in der Meinung, dass sie dort, wo sie hinkommen, in einem Arbeitslager hart schuften werden müssen. Sie meinen, sie würden es durchstehen und die Familie würde zusammenbleiben. Dreieinhalb Tage dauert diese Reise. Im Morgengrauen sehen sie die Lageraufschrift „Auschwitz-Birkenau“. Bei der Ankunft sind sie durch die Strapazen der Tage im Viehwaggon eigentlich schon kaputt, sagt Eva Fahidi.

Die Sendung zum Nachhören

Die Familie nie wieder gesehen

Sie wird auf die eine Seite gewunken, ihre Angehörigen auf die andere. Sie haben sich nie wieder gesehen.

2011 hat Fahidi das Buch „Die Seele der Dinge“ veröffentlicht. Sie überlebte Auschwitz und später die schwere körperliche Arbeit in einer Rüstungsfirma in der Nähe des Konzentrationslagers Buchenwald. Als Eva Fahidi im April 1945 befreit wurde, wog sie 40 Kilo.

Literaturhinweis:

Eva Fahidi. „Die Seele der Dinge“. Übersetzung von Doris Fischer. Lukas Verlag