Lawinenkommissionen sind besorgt

Mit Sorge blicken derzeit Mitglieder örtlicher Lawinenkommissionen nach Salzburg wegen Ermittlungen nach einem Lawinenabgang auf eine Skipiste. Befürchtet werden massive Auswirkungen auf die ehrenamtliche Tätigkeit, sollte der Vorfall eine Verurteilung nach sich ziehen.

Der Warther Bürgermeister Stefan Strolz saß 2006 als Mitglied der Lawinenkommission selbst bereits einmal im Gerichtssaal. Eine Lawine war auf eine Piste niedergegangen. Ein 49-jähriger Deutscher war gestorben. Damals sei das Verfahren mit einem Freispruch gut ausgegangen, so der Warther Bürgermeister. Urlauber in den Bergen müssten sich auch mit einem gewissen Restrisiko auseinandersetzen. Man könne nicht alles in die Hände von Lawinenkommissionen legen, meint Strolz. Inzwischen hat die Gemeinde die Haftung für die Lawinenkommission übernommen. Sie bestehe aus Mitgliedern, die eine einschlägige Ausbildung haben müssen.

Ehrenamtliches System gefährdet

Die Haftungsfrage schwebe wie ein Damoklesschwert über der Arbeit der Kommissionen, sagt der Damülser Bürgermeister Stefan Bischof. Am vergangenen Sonntag verschüttete ein Schneebrett die Straße bei der Ortsausfahrt Damüls. Zur Sicherheit wurde das Schneebrett abgesucht. Der Vorfall war glimpflich verlaufen. Es war nichts passiert.

Damüls blickt mit Sorge auf den Fall in Salzburg, denn laut Bürgermeister Bischof ist klar, dass es fast nicht zumutbar sei, dass sich jemand ohne Bezahlung solch haftungstechnischen Gefahren aussetze. Bischof meint, dass vielfach das Bedürfnis, zwanghaft einen Schuldigen zu suchen, nicht der richtige Weg sei. Wenn es tatsächlich zu Schuldsprüchen kommt, stehe das ganze System der ehrenamtlichen Lawinenkommissionen in Frage und das könne niemand wollen.

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