BH: „Aggression der Parteien gestiegen“

Nach der tödlichen Messerattacke in Dornbirn kann man laut Bezirkshauptmann Helgar Wurzer noch nicht wieder zur Tagesordnung übergehen. Die Verunsicherung sei groß. Generell sei in den vergangenen Jahren die Aggression der Parteien gestiegen.

Vor knapp einer Woche hat eine tödliche Messerattacke in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn für bundesweites Entsetzen gesorgt. Der Leiter der Sozialabteilung ist dabei getötet worden. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 34-jährigen türkischen Asylwerber - mehr dazu in Tödliche Messerattacke auf BH-Beamten.

Der Vorfall sorgt verständlicherweise für große Verunsicherung unter den Mitarbeitern der BH. Der Alltag sei noch nicht wieder eingekehrt. Man habe noch eingeschränkten Parteienverkehr und versuche nun, den Normalbetrieb, „so gut es halt geht“, langsam hochzufahren.

Bezirkshauptmann Helgar Wurzer

Land Vorarlberg

Helgar Wurzer

„Aggressionspotenzial gestiegen“

Es sei zu beobachten, dass das Aggressionspotenzial der Klienten an den Schaltern in den vergangenen Jahren sehr gestiegen sei, so Wurzer. Das habe er auch immer wieder in Gesprächen mit seinen Mitarbeitern vernommen. Das mache gerade Behörden, die mit Menschen in „größeren Nöten“ seien, zu schaffen - da steige natürlich auch das Aggressionspotenzial, und dagegen müssten sich die Behörden rüsten.

Helgar Wurzer im Gespräch mit Christine Amon.

"Balance zwischen Bürgerservice und Sicherheit

Man sei eigentlich der Meinung gewesen, dass es ein gedeihliches Miteinander mit den Parteien gebe - die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft hätten sich sehr bemüht, Bürgerservice und das Einhalten der gesetzlichen Voraussetzungen unter einen Hut zu bringen. Es habe sich nun gezeigt, dass das nicht immer „auf fruchtbaren Boden gefallen“ sei. Nun müssten die technischen Sicherungsmaßnahmen hochgefahren werden, und es werde sicher nicht ganz einfach sein, die richtige Balance zwischen Bürgerservice und Sicherheit zu finden