„Angeklagter will umfassendes Geständnis ablegen“

Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten Jürgen H., Klaus Grubhofer, kündigte an, dass sein Mandant ein umfassendes Geständnis ablegen wolle, um einen Beitrag dazu zu leisten, das Vertrauen in die Justiz wieder herzustellen.

„Jürgen H. weiß, was er getan hat, er kennt den Strafrahmen und er weiß, dass er zu Recht angeklagt ist.“ Das erklärte Verteidiger Grubhofer, in seinem Eröffnungsvortrag.

Er wisse, dass er durch die Fälschungen nicht nur einen materiellen Schaden bei den geprellten Erben, sondern auch einen riesigen Vertrauensverlust in die Justiz verursacht habe. Deshalb habe er sich entschlossen, die Dinge so darzulegen, wie sie abgelaufen seien, meinte Grubhofer über seinen Mandanten. Falsche Anschuldigungen mache dieser dabei nicht.

„Jürgen H. hat alles auf sich genommen“

Jürgen H. habe bei seiner Verhaftung alles auf sich genommen und gesagt, er habe alles allein gemacht. Doch den ermittelnden Behörden sei rasch klar gewesen, dass das nur schwer von einem allein durchgeführt werden konnte. Sein Mandant beschuldige niemanden zu Unrecht, er habe kein Motiv für falsche Anschuldigungen.

Grubhofer prangerte in seinem Vortrag die Zustände am Bezirksgericht Dornbirn an. Gerichtsbedienstete hätten jahrzehntelang nebenberuflich Verträge errichtet, es habe Verfahren wegen Winkelschreiberei gegeben. Doch so gut wie nie habe es disziplinäre Sanktionen gegeben. „Durch das Verschließen der Augen vor der Wirklichkeit konnte es geschehen, dass das Unrechtsbewusstsein bei manchen verkümmerte“, sagte der Vorarlberger Rechtsanwalt. Man müsse jenen Respekt zollen, die die Augen nicht verschlossen haben. Er hoffe auf eine gerechte Strafe für seinen Mandanten, meinte der Anwalt zum Abschluss seines Vortrags.