Eiszeitsee wird wiederbelebt

In Feldkirch-Tosters ist gestern der Spatenstich für das Egelsee-Projekt erfolgt. Zum Schutz vor Hochwasser wird der ehemalige Eiszeitsee nun wiederbelebt. Er soll als Auffangbecken dienen.

Vor 180 Jahren hatte der Sueskanal-Erbauer Alois Negrelli als junger Wasserbauingenieur in Vorarlberg das Tostner Sumpfgebiet rund um den Egelsee trockengelegt. Jetzt soll der See wieder entstehen.

Wiese auf der der Egelsee ausgegraben werden soll

ORF

Geplant ist der See als Rückhaltebecken, wodurch er die Hochwassergefahr für die Anrainer der Esche deutlich vermindern soll. Die Esche nimmt das Wasser aus Tisner Tobelbach, Mühlbach und Pritschenbach auf und leitet es über Mauren und Eschen bei Bendern in den Liechtensteinischen Rhein-Binnenkanal.

Neuer Lebensraum und Überschwemmungsschutz

Vor allem im Industriegebiet Eschen war es in den vergangenen Jahren zu folgenreichen Überschwemmungen gekommen. Diese sollen künftig der Vergangenheit angehören, denn bei Starkregen wird der Egelsee rund 40.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Gleichzeitig wird der neue Egelsee die Vielfalt der Natur im Tostner Ried und über der Grenze in Mauren bereichern und einen wichtigen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere darstellen.

Daten zum Egelsee:

Permanente Wasserfläche:
- Inhalt: 9.600 m3
- Fläche: 11.300 m2
Rückhalteweiher:
- Rückhaltevolumen: 40.000 m3
- Seefläche bei Vollfüllung: 33.300 m2

Drei Millionen Euro Projektkosten

Das Projekt Egelsee sei Ergebnis intensiver Planungen und guter grenzüberschreitender Zusammenarbeit, sagen die Projektbeteiligten. Fachleute, zuständige Beamte und politisch Verantwortliche aus Mauren und des Landes Liechtenstein, aus Feldkirch, vom Land Vorarlberg und von den Bundesbehörden in Wien waren einbezogen.

Die Finanzierung des Gesamtprojekts wurde anteilsmäßig zwischen Liechtenstein (1,14 Millionen Euro) und Österreich (1,81 Millionen Euro) aufgeteilt. Insgesamt werden damit knapp drei Millionen Euro investiert. Im Zuge des Egelsee-Baus entsteht zudem eine Radwegverbindung zwischen Feldkirch und Mauren.