Mang wehrt sich gegen „Spiegel“-Vorwürfe

Der Lindauer Schönheitschirurg Werner Mang wehrt sich gegen Vorwürfe in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Das Magazin stütze sich lediglich auf sechs Fälle aus den letzten sieben Jahren. Laut dem Magazin gebe es in Mangs Kliniken in Lindau und Rorschach dubiose Vorfälle.

In Werner Mang’s Bodenseeklinik soll laut „Spiegel“-Artikel ein Arzt ohne Approbation operiert haben. Mehrfach sollen bei Rechtsstreitigkeiten mit Patienten Krankenakten verändert worden sein, so die Vorwürfe. Hans Weiss, Mitautor des Artikels, hält in manchen Fällen strafrechtliche Konsequenzen für möglich.

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Mitverfasst wurde der „Spiegel“-Artikel vom Vorarlberger Hans Weiss aus Hittisau, der schon mehrfach mit Enthüllungsbüchern im Bereich Gesundheit für Schlagzeilen gesorgt hat.

Der Lindauer Schönheitschirurg Werner Mang verspricht glatte Haut, straffe Brüste und jugendliches Aussehen. Doch das Geschäft mit der Schönheit birgt schmutzige Wahrheiten. Weiss hat monatelang recherchiert, interne Unterlagen der Bodenseeklinik und Krankenakten studiert. Weiss sagt, Mang sei einer, der gegenüber Patientinnen viel verspreche, aber vieles davon nicht halte. Bei Komplikationen hätten die Betroffenen ein großes Problem, bei Mang zu ihrem Recht zu kommen.

Weiss kann nachweisen, dass im Streitfall mehrere Versionen von Krankenakten angefertigt wurden. Zudem habe ein Arzt ohne Approbation in der Bodenseeklinik eigenständig Operationen durchgeführt.
Mang verspreche oft, die Operation höchstpersönlich durchzuführen, tatsächlich operiere dann jedoch ein Mitarbeiter. Das sei auch juristisch ein Problem, denn Patientinnen hätten den Vertrag mit dem Klinik-Chef und könnten bei Nichteinhaltung von Zusagen das gesamte Honorar zurückfordern, so Weiss.

„Komplikationen kein Einzelfall“

Komplikationen nach Schönheits-Operationen sind nach Weiss Recherchen kein Einzelfall. Nebenwirkungen und Komplikationen würden in Beratungsgesprächen verharmlost. Falls es nach Komplikationen zu einem Streifall komme, ende es meist mit einer Teilrückzahlung, sagt Weiss. Im Gegenzug würden die Patienten zum Stillschweigen verpflichtet.

Werner Mang wehrt sich gegen „Spiegel“ - Vorwürfe

In einem Schreiben an den ORF lässt Werner Mang über seinen Anwalt Stefan von Moers ausrichten: Der „Spiegel“ stütze sich in seinem aktuellen Artikel auf lediglich sechs Fälle aus den letzten sieben Jahren. Die Mehrzahl dieser sechs Einzelfälle habe Werner Mang nicht selbst operiert. Diese Eingriffe wären von seinen Oberärzten durchgeführt worden.

Man habe gegen die Redakteure des „Spiegel“ Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg erstattet, weil die geäußerten Behauptungen aus vertraulichen Patientenakten stammten. Mang droht über seinen Anwalt mit juristischen Schritten gegenüber dem „Spiegel“ und anderen Medien. Gegenüber dem „Spiegel“ hatte Mang gesagt, dass ein Arzt ohne Zulassung operiere, sei ihm neu. Krankenakten seien nach Diebstahl oder aufgrund fehlerhafter Eintragungen neu erstellt worden.

Mang sagt über sich selbst, er gehöre zu den Top Ten der ästhetischen Chirurgen der Welt - er sei ein Pionier auf dem Gebiet. Er ist Facharzt im Bereich Hals-Nasen-Ohren, nicht in Pastischer Chirurgie.

Hans Weiss warnt vor Promi-Ärzten

Hans Weiss hat gerade sein neues Buch über die Schönheits-Industrie herausgebracht. Er rät generell davon ab, zu prominenten Ärzten zu gehen. Prominente Ärzte sind laut Weiss in der Regel keine besseren Ärzte. Sie hätten oft ein aufgeblasenes Ego, meint Weiss, und hielten es nicht aus, wenn ihnen Fehler nachgewiesen werden. Weiss rät vor dem Gang zum Schönheitchirurgen zum Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

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