Dokumentation: „Eine Krippe fürs Museum“

Die Dokumentation „Eine Krippe fürs Museum“ ist am 23. Dezember 2018 um 16.30 Uhr im Rahmen der Reihe „Erlebnis Österreich“ auf ORF 2 zu sehen.

Sendehinweis:

Sonntag, 23. Dezember 2018, 16.30 Uhr, ORF 2
Samstag, 22. Dezember 2018, 11.25 Uhr, 3sat (unter dem Titel „Vorarlberger Weihnachtskrippen – Von der Entstehung kleiner Kunstwerke“)

Sie sammeln Wurzeln, Moos und Flechten, fabrizieren künstliche Eiszapfen aus Glas, kleine Dachschindeln aus Altholz, Palmen aus dem Kern der Tannenzapfen, schnitzen Figuren aus Zirbenholz. Emsig sind sie das ganze Jahr über – die Krippenbauer.

20 Krippenvereine aus ganz Vorarlberg haben in den letzten beiden Jahren unterschiedlichste Krippen für das „vorarlberg museum“ gebaut, mehrere Vorarlberger Schnitzer haben extra dafür Krippenfiguren angefertigt. Ein groß angelegtes Projekt geht nun zu Ende. Die Kuratorin für europäische Ethnologie, Theresia Anwander, möchte die rege Krippenkultur für die Nachwelt dokumentieren.

Orientalisch oder heimatlich, Wurzelkrippe oder Kastenkrippe – die Vereine liefern ganz unterschiedliche Krippenställe ab. Welche Feinheiten und Kniffe es beim Krippenbau gibt, zeigen die Krippenbaumeister von Tisis, Braz und Lustenau. Einmal haben die Erbauer ein markantes Gebäude ihres eigenen Dorfes in der Krippenlandschaft abgebildet, ein anderes Mal fließen die Bergwelt der Umgebung und die Tracht aus dem Tal ein.

Mit jeder Krippe wird eine kleine Geschichte erzählt: Einmal steht die Flucht nach Ägypten im Vordergrund, ein anderes Mal die schwangere Maria auf der Herbergssuche. Viele kleine, liebevoll gestaltete Details machen das Kunstwerk lebendig: abgebrochene Dachschindeln, Büsche vor dem Haus, zerbrochene Fensterscheiben, Verputz, der herunterbröselt. Krippenbau ist für Ulrike Kohler aus Hard ein Ganzjahres-Vergnügen. Sie ist die „Botanik-Spezialistin“ ihres Vereins und sammelt das ganze Jahr über Moose, Flechten, Steine, Wurzeln und Zapfen für die Begrünung und Bepflanzung. Sie erzählt, wie eine Krippe dadurch zum Leben erweckt wird.

Christl Beer aus Egg im Bregenzerwald ist eine der wenigen Krippenfigurenschnitzerinnen in Vorarlberg. „Glückselig“ mache sie das Schnitzen der Krippenfiguren, sagt sie. Bildhauer Rudolf Rößl hat zu ersten Mal Krippenfiguren geschnitzt, die Anleihen für Gesichter und Gestalten findet er in seiner Umgebung.

Auch in den Vereinen in Vorarlberg ist die Begeisterung für den Krippenbau enorm, so manch ein Mitglied sagt: „Eine einzige Krippe ist nicht genug“ – und so entstehen gleich mehrere solcher Kunstwerke. „Krippenbauen ist wie eine Sucht“, sagen nicht nur Kurt Hofer vom Krippenverein Lustenau und Angelika Vonbank vom Krippenverein Braz. Die Dokumentation „Eine Krippe fürs Museum“ (Gestaltung: Marion Flatz-Mäser) gibt einen tiefen Einblick in den Krippenbau in Vorarlberg und darüber hinaus.

Gestaltung: Marion Flatz-Mäser
Kamera: Günter Assmann, Alexander Roschanek
Schnitt: Joachim Mark
Redaktion: Gerd Endrich
Gesamtleitung: Markus Klement