Chemotherapien für Kinder nur noch in Innsbruck

Chemotherapien für krebskranke Vorarlberger Kinder werden zukünftig nur noch in Innsbruck durchgeführt. Die Zusammenarbeit zwischen Land und Uniklinik Innsbruck als Spezialzentrum wird neu strukturiert.

Ein Grund für die Neustrukturierung sei der österreichische Strukturplan Gesundheit, heißt es bei der Stadt Dornbirn. Der Plan sehe unter anderem vor, dass für die Therapie rund um die Uhr drei Fachärzte für Kinder-Onkologie zur Verfügung stehen müssten. Das sei im Krankenhaus Dornbirn nicht möglich, die dafür notwendigen Ärzte seien im Land schlichtweg nicht zu bekommen. Hinzu kommen die deutlich höheren Fallzahlen in Innsbruck - und damit mehr Erfahrungswerte bei den sich ständig weiter entwickelnden Therapien, wie die Dornbirner Primaria Edda Haberlandt sagt. Die Entwicklung hin zu Spezialzentren sei ein europaweiter Trend und nicht aufzuhalten.

„Bestmögliche medizinische Versorgung“

Ein Vorarlberger Kind muss also künftig zur Chemotherapie nach Innsbruck. Bisher wurde nach einer Untersuchung entschieden, ob das Kind in Innsbruck oder in Dornbirn therapiert wird. Auch wenn die Wege länger seien - die Uniklinik in Innsbruck sei auf solche Behandlungen spezialisiert und habe viel Erfahrung durch die hohe Patientenzahl, so Landesrat Christian Bernhard (ÖVP). Die Kooperation gewährleiste die bestmögliche medizinische Versorgung der Kinder.

Zehn Fälle pro Jahr

Für die Vor- und Nachsorge, Routinekontrollen sowie die psychologische Betreuung soll Dornbirn weiter als erste Anlaufstelle zuständig sein. Dornbirn sei Koordinationsstelle für die Kinder-Onkologie in Vorarlberg, der regionale Strukturplan sehe hier ab dem Jahr 2020 einen onkologischen Schwerpunkt für Kinder auch in der Pflege vor, so Bernhard. In Vorarlberg erkranken jährlich rund zehn Kinder an Krebs.

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