Maisäß Bartholomäberg: Bezaubernde Hütten auf malerischen Hügeln

Sanfte Hügel, kleine Seen, bezaubernde Hütten und dazu ein atemberaubender Ausblick auf die Berge rundherum: Die Maisäß-Siedlung in Bartholomäberg zählt zu den schönsten Maisäß-Siedlungen in Vorarlberg - und hat eine spannende Vergangenheit aufzuweisen.

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Ab 25. September stellt „Vorarlberg heute“ drei herausragende Vorarlberger Naturschätze vor. Ab 27. September können Sie dann abstimmen, welcher davon am Nationalfeiertag bei der großen ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ auf ORF 2 ins Rennen um den schönsten Platz Österreichs gehen soll.

Rund 150 Maisäß-Hütten gibt es in der Streusiedlung, eine ist schöner hergerichtet als die andere. Das Maisäß war bis vor etwa 30 Jahren der Sitz der Bauernfamilien im Mai. Bevor das Vieh im Sommer weiter hinauf auf die Alpe gebracht wurde, konnte es hier noch eine Zeit lang weiden. Aus der Milch wurde direkt im Maisäß zum Beispiel Käse oder Butter erzeugt. Im Lauf der Zeit ist der Transport aber immer einfacher geworden und so wird das Gras in dieser Höhenlage meist nur noch gemäht und dann an die Tiere verfüttert.

Im Sommer geht es dann vom Tal direkt auf die Alpe – ohne Zwischenstopp auf halber Höhe. Die Maisäß-Hütten sind daher zu Ferienhäuschen geworden. Alle sind in Privatbesitz, viele stehen unter Denkmalschutz, die meisten wurden liebevoll restauriert und renoviert.

Große und kleine Aushub-Halden

Einzigartig sind aber nicht nur die Hütten, sondern auch die Landschaft, die sie umgibt. Das Gelände ist sehr hügelig. Das hat einen Grund: Die größeren und kleineren Halden sind Überbleibsel der Bergbauzeit in Bartholomäberg. Schon in der Bronzezeit und dann vor allem im Spätmittelalter wurden hier Eisenerz, Kupfer und Silber abgebaut. Das hat das Montafon einst zu einem der wohlhabendsten Täler des Alpenraums gemacht. Im 18. Jahrhundert ist der Bergbau zum Erliegen gekommen, aus Amerika wurde Billigmetall eingeführt, der Betrieb der Stollen wurde eingestellt.

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Maisäß Bartholomäberg

Die Maisäß-Siedlung in Bartholomäberg weist rund 150 Hütten auf. Bauern nutzen die kleinen Gebäude nicht mehr, dafür sind oft zu Ferienhäuschen geworden.

Bodenschutz-Gebiet

Die Aushub-Halden aus Taubgestein sind zu einer Besonderheit geworden. Während sie in anderen Bergbau-Regionen häufig abgetragen wurden, sind sie in Bartholomäberg erhalten geblieben. Vor kurzem wurden sie sogar dauerhaft geschützt und als herausragendes Kulturdenkmal ins Denkmalbuch eingetragen. Kein Bagger darf das Gelände verändern, keine Schaufel zu tief graben, die Halden müssen genau so bleiben, wie sie sind. Alle Grundeigentümer haben diesem Schritt zugestimmt.

Sendehinweis:

„Vorarlberg heute“, 26.9.2017, 19.00 Uhr, ORF 2

Schaubergwerk

Besucher können im einzigen Schaubergwerk in Vorarlberg einen Blick in die Welt unter Tag werfen. Ein Teil des St. Anna Stollens wurde freigelegt. Nach einer kurzen Einführung des Bergwerksführers, der seine Gäste in Original-Gewand empfängt, dürfen sie in den Berg hinein: ausgestattet mit einer Regenjacke, da Decke und Wände sehr feucht sind und mit einem Helm, da der Kopf sonst vermutlich ein paar Beulen davontragen würde.

In leicht gebückter Haltung geht es Schritt für Schritt durch die Dunkelheit, die Temperatur beträgt konstant acht Grad. Langsam entsteht eine Ahnung davon, unter welchen Bedingungen die Bergleute früher gearbeitet haben. 120 Meter des St. Anna-Stollens sind für Besucher zugänglich, Schätzungen zufolge könnte er aber bis zu acht Mal so lang sein – das haben Bemessungen der Aushub-Halden ergeben.

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