Naturtal Bregenzerach: Wo sich die Natur ihren Lebensraum zurückholt

Die Bregenzerach zeigt wenige Kilometer, bevor sie in den Bodensee mündet, noch einmal ihre ganze Schönheit: Um jede Flussbiegung tut sich ein schöner Blick auf. Zudem demonstriert die Natur eindrucksvoll, wie sie verlorenen Lebensraum wieder zurückgewinnt.

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Ab 25. September stellt „Vorarlberg heute“ drei herausragende Vorarlberger Naturschätze vor. Ab 27. September können Sie dann abstimmen, welcher davon am Nationalfeiertag bei der großen ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ auf ORF 2 ins Rennen um den schönsten Platz Österreichs gehen soll.

Die Bregenzerach entspringt im Lechquellengebirge und mündet quasi als Grenze zwischen der Landeshauptstadt Bregenz und der Marktgemeinde Hard in den Bodensee. Das Auge kann sich fast nicht sattsehen daran, wie sich das Wasser seinen Weg sucht: Mal fließt es ruhig und sanft, dann wieder zügig, vorbei an ausgewaschenen Felswänden und dichten Wäldern, riesigen Steinen und sanften Kiesbänken. Obwohl die Wohngebiete eigentlich gar nicht weit entfernt sind, ist die Bregenzerach noch sehr ursprünglich.

Naturschutzgebiet Bregenzerachschlucht

Einzigartig ist auch die Tier- und Pflanzenwelt. Der Bereich zwischen Doren und Kennelbach zählt daher seit 1995 zu den Natura-2000-Gebieten. Etwas ganz Besonderes sind zum Beispiel die Wälder: Sie sind nahezu unberührt und reichen zum Teil fast bis ins Flussbett hinein. Die steilen Hänge haben eine intensive Nutzung seit jeher schwierig gemacht. Im Lauf der Zeit konnte so eine fast urwaldartige Vegetation entstehen.

Achtalweg auf der Wälderbähnle-Trasse

Naturliebhaber und Freizeitsportler finden entlang der Bregenzerach unzählige Möglichkeiten: Man begegnet Kajak-Fahrern genauso wie Fischern und Badegästen, Fahrradfahrern, Läufern und Wanderern. Von Doren flussaufwärts führt ein knapp zehn Kilometer langer Radweg unmittelbar entlang des Flusses bis nach Egg.

2012 wurde er eröffnet - und zwar auf geschichtsträchtigem Grund: Der Radweg wurde auf der ehemaligen Trasse des Wälderbähnle errichtet. Diese Schmalspurbahn wurde 1902 eröffnet, von Bezau konnte man bis nach Bregenz fahren, das waren mehr als 35 Kilometer. 19 Kilometer davon verliefen direkt entlang der Bregenzerach.

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Naturtal Bregenzerach

Die Bregenzerach entspringt im Lechtalgebirge und mündet zwischen Bregenzer und Hard in den Bodensee. Auf dem Weg dorthin durchquert sie unter anderem ein Naturschutzgebiet.

Felsstürze und Steinschläge

Besonders in der Bregenzerachschlucht hatte die Wälderbahn aber oft mit Naturgewalten zu kämpfen. Schon beim Bau hat ein Hochwasser einen Großteil der Arbeit wieder zerstört. Auch später gab es häufig Steinschläge und Felsstürze, welche die Gleise mit haufenweise Geröll verschüttet haben. 1985 ist der Betrieb auf dieser Strecke eingestellt worden, heute ist das Wälderbähnle nur noch als Museumsbahn in einem etwa fünf Kilometer langen Abschnitt ab Bezau unterwegs.

Sendehinweis:

„Vorarlberg heute“, 25.9.2017, 19.00 Uhr, ORF 2

Ein paar Relikte gibt es noch

Wer mit offenen Augen durch das Achtal wandert, kann aber da und dort noch Relikte aus der Zeit des Bahnverkehrs erkennen: Übrig geblieben sind zum Beispiel ein Tunnel und ein alter Bahnhof, da und dort kommt auf dem Kiesweg auch noch eine Bahnschwelle zum Vorschein, die nicht mehr entfernt wurde. Im Hang lassen sich mittlerweile verwachsene, alte Stützenmauern ausfindig machen.

Es ist nicht mehr viel, das an die Zeit des Wäderbähnle erinnern lässt. In der Bregenzerachschlucht ist aus der drei Meter breiten Trasse ein idyllischer, dicht umwucherter Spazierpfad geworden. Die Kraft der Natur ist nicht zu übersehen: Sobald sich der Mensch nicht mehr einmischt, erobert sie sich ihren Lebensraum in kurzer Zeit wieder zurück.

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