Veredelung: Opulieren und Kopulieren

Es gibt grundsätzlich zwei Arten zu veredeln: Die Opulation und die Kopulation. „Gut gepflanzt“ zeigt die Opulation. Sie wird zwischen Juli und September vorgenommen, weil sich die Rinde dann besser lösen lässt.

Sendehinweis:

„Vorarlberg heute“, 28.8.2017, 19.00 Uhr, ORF 2

Beim Opulieren wird ein Edelreis (die gewünschte Sorte) auf eine – oft wilde – Unterlage aufgebracht. Das Wetter sollte nicht zu trocken oder zu heiß sein, die Arbeit recht schnell durchgeführt werden, damit das ausgeschnittene Auge nicht austrocknet und das Auge gut und schnell auf der Unterlage anwachsen kann. Luftdicht verschließen ist wichtig (mit Baumharz und mit Bast/oder Wachs). Die Opulation wird bei Obstbäumen, aber z.B. auch bei Rosen angewendet.

Kopulation

Die Kopulation hingegen wird von Jänner bis März durchgeführt, hier wird der Edelreis als Ganzes auf die Unterlage aufgesetzt. Also ein schräger Schnitt von gleicher Länge und Form an beiden Enden – und die Zweige direkt aufeinandersetzen – die Zweige müssen also genau aufeinander passen. Auch hier wird die Wunde mit Baumharz oder -wachs und Bast/Wachs verschlossen.

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Veredeln

Inés Mäser hat sich ein paar Tipps zum Veredeln von Pflanzen geholt.

Weitere Tipps:

Wichtig bei beiden Methoden: Das offene Kambium (das, was unter der Rinde ist) darf nicht berührt werden - so könnten Bakterien in die Wunde gelangen – und damit die Veredelung nicht zusammenwachsen.

Auch wichtig: Bei der Opulation werden die meisten Zweige unterhalb der Veredelungsstelle abgeschnitten. Wichtig ist aber, 2-3 kleinere Zweige stehen zu lassen – über die zieht der Baum den Saft.

Oberhalb der Veredelungsstelle wird ebenfalls nur etwa ein kleiner Zweig stehengelassen – darüber wieder abzwicken. Auch hier gilt das Prinzip: Der eine Zweig ist wichtig um den Saft zu ziehen – mehrere würden aber den Baum schwächen. Und: der Edelreis sollte schnellstmöglich nach dem „ernten“ verarbeitet werden!

Es ist auch möglich einen Baum mehrfach zu veredeln. Es gibt z.B. Bäume mit 3 oder 4 verschiedenen Apfel- oder Birnensorten. Ebenfalls ist es möglich, Zwetschken mit Mirabellen zu kreuzen. Dann wachsen eben gelbe und blaue Früchte am Baum.