Sitzen macht krank

Wer täglich viel sitzt, kann das erhöhte Risiko an Diabetes oder Herz-Kreislauf zu erkranken, nicht durch eine halbe Stunde Sport am Abend, ausgleichen. Damit haben britische Wissenschaftler mit einem Mal alle Hoffnungen der Abendsportler zunichte gemacht.

Zu diesem Schluss sind die britischen Wissenschaftler nach der Auswertung von 18 verschiedenen Studien mit über 800.000 Probanden gekommen.

bewusst gesund: ORF bewegt

Der ORF widmet sich in allen seinen Medien vom 20. bis 26. Oktober 2012 dem Thema Bewegung - mehr dazu in bewusst gesund: ORF bewegt

Aber der moderne Lebensstil zwingt uns zum Sitzen: Acht bis neun Stunden im Büro, nach der Arbeit im Auto und später vor den Fernseher. Die Möglichkeiten den Tag sitzend zu verbringen sind ungezählt. Und die neuesten Erkenntnissen zeigen: nicht einmal die abendlichen Besuche im Fitnessstudio können Abhilfe schaffen. Denn laut den britischen Wissenschaftlern ist die Gesundheitsschädigung, die durch das Bewegungsdefizit entsteht, auch am Abend nicht mehr auszugleichen.

Bewegungsdefizit ist ungesund

Aber den Sport ganz einzustellen wäre vollkommen die falsche Richtung, so Heinz Drexel, Sprecher der Diabetesgesellschaft.

Ein Beitrag von Magda Rädler, Reinhard Mohr und Nina Konzett

Langes Sitzen soll laut Studie vor allem das Risiko von Diabetes erhöhen. Das klingt dramatisch. Der Arzt aber relativiert. Schließlich verdoppele sich bei wenig Bewegung das Risiko zu einer Diabeteserkrankung nur, so Drexel. Im Vergleich dazu: Rauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko um das 50fache. Das Problem sei aber, dass man sich in der Zeit, in der man sitzt auch weniger bewegt. Und dieses Bewegungsdefizit ist ungesund, nicht das Sitzen an sich, so der Mediziner.

Wie man sitzt spielt es aus Sicht des Internisten keine Rolle. Wichtig sei: mehr Bewegung im Alltag - wie etwa Besprechung im Stehen oder einfach mal die Treppe statt den Lift benutzen.