Fütterung von Schwänen laut Experten unnötig

Obwohl Groß und Klein ihre Freude daran haben: Das Füttern von Schwänen ist gerade im Sommer unnötig, so Hubert Salzgeber von Birdlife Vorarlberg. Einige Schwäne würden sich ohne Fütterung gar nicht hier aufhalten. Zu viele Schwäne bereiten jedoch Probleme.

Sendungshinweis :

„Vorarlberg heute“, 14.8.2012

Ohne Fütterung der Menschen würden sich die Schwäne im Harder Binnenbecken gar nicht aufhalten - sie leben nämlich wegen des reichlichen Futters hier.

Im Video zu sehen: Karl Heinz Hanny (Tierretter), Hubert Salzgeber (BirdLife Vorarlberg), Dieter Schneider (Jagdaufseher Höchst); Beitrag von Bernhard Stadler, Reinhard Mohr, Bernhard Torghele

Und doch hat das Füttern auch problematische Seiten, weiß Tierretter Karl Heinz Hanny. Im Spätwinter würden Jungtiere von den Altvögeln vertrieben. Diese würden sich dann irgendwo in Kanälen oder auf der Wiese niederlassen, so Hanny. Dadurch sei die Tierrettung sehr gefordert. Der Schwan sei zudem Problemvogel Nummer eins für die Hobbyfischer: 20 bis 30 Schwäne pro Jahr würden pro Jahr mit Angelhaken von der Tierrettung versorgt. Es gäbe insgesamt viel zu viele Schwäne im Bodensee, erklärt Hanny.

Viele Schwäne nur Kurzzeitgäste

Allerdings seien zahlreiche Schwäne nur Kurzzeitgäste, beruhigt Hubert Salzgeber von Birdlife Vorarlberg: Im Vorarlberger Seegebiet seien es 18 bis 25 Brutpaare, davon sei weniger als die Hälfte erfolgreich bei der Brut. Außerdem dürfe man nicht von der Gesamtzahl der Schwäne, die sich im Moment bei uns aufhalten, auf die Population schließen. Denn rund 200 Schwäne seien nur zur Mauser hier, so Salzgeber.

Salzgeber: Fütterung unnötig

Einig sind sich die Experten bezüglich der Fütterung durch Menschen: Diese sei unnötig, wie Hubert Salzgeber ausführt. Vor allem im Sommer hätten die Schwäne mehr als genug Futter in der Natur.

Im Entenbad vor dem Rheinholz bei Gaißau können Fischer und Jäger noch das angeborene Fressverhalten der Schwäne beobachten.

Weideschwäne: Bis zu 260 Stück auf einer Wiese

Aus Sicht von Jagdaufseher Dieter Schneider stellen vor allem die sogenannten Weideschwäne ein Problem dar, wenn sie im März und April auf landwirtschaftliche Flächen kommen, dort abäsen und die Grundstücke stark verkoten. Zu Spitzenzeiten können es bis zu 260 Stück auf einer Wiese sein, so Schneider - heuer seien es 180 gewesen.