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MI | 10.02.2010
Johannes Rauch (Bild: ORF)
politik
Grünen-Chef Rauch im "Sommergespräch"
Grünen-Chef Johannes Rauch fordert im "Vorarlberg heute-Sommergespräch" eine Energiewende. Man müsse beginnen, beim Heizen zu sparen und den öffentlichen Verkehr auszubauen, sagte Rauch.
Rauch und Rein (Bild: ORF)
Daniel Rein (Bild: ORF)
Daniel Rein im Gespräch mit Johannes Rauch
"Keine Abhängigkeit von Öl und Gas"
Am Biomasseheizwerk Rankweil hänge das Landeskrankenhaus Rankweil, 20 Gemeindegebäude und rund 80 Privatgebäude, so Rauch. Umgerechnet werde hier Wärme für 450 Einfamilienhäuser erzeugt. Damit könnten jährlich 40 Eisenbahnwaggons a 30.000 Liter Öl pro Jahr eingespart werden.

Er hänge lieber am Nahwärmenetz der Agrargemeinschaft Rankweil, als am Gashahn von Putin oder am Ölhahn eines arabischen Scheichs.
"Essen gehört auf Teller, nicht in Tank"
Zum Thema Biosprit meint Rauch, Essen gehöre zuerst auf den Teller und nicht in den Tank. Mittlerweile gebe es durch den Anbau für Biosprit Preissteigerungen bei Mais und Weizen. In Folge würde damit auch Brot teurer, das sei der verkehrte Weg.
"Kein Jubel über hohe Spirtpreise"
Über die hohen Spritpreise könne er nicht jubeln, sagte Rauch. Diese würden eine Reihe von Problemen für die Menschen, etwa Pendler bringen. Man müsse aber den Leuten die Wahrheit sagen, dass die Zeiten des billigen Öls vorbei seien. Das Maximum in der Ölförderung sei überschritten, die Preise würden hoch bleiben.
Förderungen für Althaus-Sanierung
Deshalb müsse man in den öffentlichen Verkehr investieren und beginnen, beim Heizen zu sparen. Als Beispiel nannte Rauch die Althaus-Sanierung. Jeder Euro an Förderung, der in die Althaus-Sanierung gesteckt werde, löse eine Wertschöpfung von zehn Euro für die heimischen Handwerksbetriebe aus. Damit schone man die Umwelt und sichere Arbeitsplätze.

In Österreich sei von einer Energiewende weit und breit nichts zu sehen, so Rauch. In Deutschland hingegen werde erneuerbare Energie gesetzlich gefördert.
Trendwende in Verkehrspolitik
Auch in der Verkehrspolitik brauche es eine komplette Trendwende, sagte Rauch. Abschreckendes Beispiel sei der Achraintunnel, der 140 Millionen Euro koste und bei dem der Nutzen höchst fragwürdig sei. Stattdessen sollte das Geld in den Ausbau von Bus und Bahn, etwa einer Ringstraßenbahn, gesteckt werden.
Problem der Politikverdrossenheit
Angesprochen auf Wahlversprechen sagte Rauch, das Versprechen sei, bei der Wahrheit zu bleiben. Durch die Art und Weise, wie SPÖ und ÖVP Politik gemacht haben, habe das Vertrauen in die Republik und in die Politik Schaden genommen. Das größte Problem sei die Verdrossenheit und das fehlende Vertrauen in die Politik.

Vor der Wahl werde er keine Koalitionsformen vorschlagen, sagte Rauch. Mit den Grünen werde es nur dann gehen, wenn es eine klare Ansage in Richtung Energiewende gebe. Zudem seien für die Grünen die Steuergerechtigkeit und die Integration wichtige Themen.
"Wollen Regierungsbeteiligung im Land"
In die Bundespolitik ziehe es ihn derzeit nicht, sagte Rauch. Er habe im Land Vorarlberg noch einiges zu erledigen und verwies auf die Landtagswahl im nächsten Jahr. Die Grünen würden im Land eine Regierungsbeteiligung anstreben. In vielen Dingen werde sich in Vorarlberg erst dann etwas ändern, wenn die ÖVP ihre absolute Mehrheit verliere und gezwungen sei, zu kooperieren.
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