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SA | 21.11.2009
Handy (Bild: ORF)
Gesundheit
Umweltmediziner: "Handystrahlung schädlich"
Immer wieder ist zu hören, dass Handystrahlung krank mache. Bei einem Informationsabend am Montagabend in Feldkirch bejahten Experten die krankmachende Wirkung der Strahlung. In Feldkirch gibt es nun sogar eine entsprechende Bürgerinitiative.
Kein verbindlicher Grenzwert
Die negativen Effekte der Handystrahlung seien mittlerweile nachgewiesen, sagte der Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Bei Vieltelefonierern steige das Risiko für bestimmte Tumorarten. Bei zwei Arten von Tumoren sei der Zusammenhang zweifelsfrei nachgewiesen. Diese seien zwar eher selten, aber als Tumoren im Kopf besonders problematisch.

Die Strahlung von Basisstationen, also den Handymasten, könne Kopfweh und Müdigkeit verursachen. In Österreich gibt es keinen verbindlichen Grenzwert für die Strahlung der Basis-Stationen. Laut Hutter ist das ein Manko.

Festlegen muss diesen Grenzwert die Politik, dafür ist sie aber auf die Wissenschaft angewiesen. Die wiederum ist sich derzeit aber nicht einig, wie hoch dieser Grenzwert sein müsste. Wenn ein Mediziner einen etwas höheren Grenzwert zulassen will, steht er schnell im Ruf, nur die Interessen der Mobilfunkkonzerne zu bedienen.
"Bürger dürfen nicht ruhen"
Den Konzernen schlägt überhaupt einiges an Misstrauen entgegen. Anneliese Rümmele von der Feldkircher Bürgerinitiative, die sich gegen den weiteren Ausbau der Mobilfunk-Sendeanlagen wehrt, kritisiert, dass die Mobilfunkkonzerne allgegenwärtig seien, während ihe Kritiker keine Lobby hätten.

Deshalb sei es die Aufgabe der Bürger, in dieser Sache nicht zu ruhen und die Politik zum Handeln aufzufordern.
Jell: "Politik braucht Unterstützung"
Hermann Jell, beim Amt der Stadt Salzburg für Handystrahlung zuständig, betonte, dass die Politik einen Grenzwert kaum autonom entscheiden könne, sondern auf Handlungsanleitungen durch die Wissenschaft angewiesen sei. Denn ein vernünftiger Grenzwert müsse auf wissenschaftlicher Basis festgelegt werden.

Das sei nicht einfach, denn zu unterschiedlich sind die Ausgangspositionen: Es gebe Wissenschaftler, die einen Grenzwert von einem Mikrowatt pro Quadratmeter fordern. Das sei weniger als ein Millionstel dessen, was in der – nicht verbindlichen – Ö-Norm empfohlen werde.

Die Aufgabe laute also: ein wissenschaftliches Gremium zusammenstellen, das unabhängig ist und einen allgemein akzeptierten Grenzwert vorschlägt. Dann könne die Politik entscheiden.
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