Dem Hirschkäfer auf der Spur

Sie kommen nach Einbruch der Dämmerung, tragen ein Geweih und schleudern ihre Konkurrenten damit ungeniert durch die Luft: die Hirschkäfer. Der Schlossberg in Hohenems ist einer ihrer Lieblingsorte in Vorarlberg.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Vorarlberg“,
12. Juni, ORF Radio Vorarlberg

Hirschkäfer sind nicht zimperlich, wenn es um die Liebe geht. Und derzeit hat bei ihnen die Liebe Hochsaison, denn Ende Mai, Anfang Juni sind die größten Käfer Mitteleuropas auf Brautschau. Sehr zur Freude vieler Hohenemser, die das Glück haben, an einem der wenigen Hirschkäfer-Hotspots des Landes zu leben. Zum Beispiel am Schlossberg.

Audio: ORF-Reporterin Verena Längle hat sich mit Experten auf die Suche nach dem Hirschkäfer begeben.

Fasher: „Hirschkäfer stark gefährdet“

Hirschkäfer sind hierzulande eine Seltenheit, sagt Käferforscher Patrick Fahser aus Schwarzach. „Bei uns in Vorarlberg ist der Bestand eher kritisch. Die sind schon stark gefährdet bei uns“, so Fahser. Der Biologie-Student aus Schwarzach forscht derzeit im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema.

We Love Burgenland

Sabine König

In der Datenbank der inatura in Dornbirn sind gerade mal zwölf Hirschkäfer-Funde erfasst. Das soll sich jetzt ändern. Mithilfe von Hohenemser Käferfreunden wie Cornelia Peter. Sie sammelt Käfer zum Markieren - auch die toten. Eingesammelt werden dürfen Hirschkäfer weder lebend noch tot.

Mithilfe der Bevölkerung

Wer in Vorarlberg einen Hirschkäfer entdeckt, sollte laut Hirschkäfer-Experte Patrick Fahser ein Foto machen und dieses dann der inatura in Dornbirn melden.

Grundsätzlich dürfen die Lebensräume von Hirschkäfern nicht bekannt gegeben werden, denn die Insekten sind durch die europäische „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ geschützt.

Rabiater Konkurrenzkampf

Die besten Flieger sind Hirschkäfer nicht - so schwer und schwer bewaffnet, wie sie sind. „Es geht wirklich darum, dass man mit anderen Männchen kämpft. Sie versuchen, das andere Männchen auf den Rücken oder vom Ast zu werfen“, sagt Patrick Fahser.

Hirschkäfer

Liechtensteinisches Landesmuseum

Sind die Kontrahenten aus dem Feld geschlagen, ist endlich zeit für die Liebe. Später braucht es nur noch Totholz für den hungrige Hirschkäferbrut, aber genau das bereitet dem streitbaren Käfer das größte Kopfzerbrechen. Denn Totholz ist in Vorarlberg oft nur schwer zu finden, weil zu wenig liegen bleibt.

Hirschkäferwiegen in Planung

In Hohenems sind aktuell zwei sogenannte „Hirschkäferwiegen“ in Planung. Dadurch würde es dann vier im Land geben. Laut Fahser handelt es sich bei Hirschkäferwiegen um von Menschen gemachte Bruthabitate für die Larven der Käfer. Solche Einrichtungen wurden bereits am Ardetzenberg und im Rheinholz gebaut.