„Schöne Aufgabe, in die man hineinwachsen muss“

Neun Jahre nach seiner Wahl und Weihe ist Anselm van der Linde, Abt der Territorialabtei Wettingen-Mehrerau und gebürtiger Südafrikaner, zum zweiten Mal Gast in den „Ansichten“ bei Johannes Schmidle.

Sendehinweis:

„Ansichten - Zu Gast bei ORF Radio Vorarlberg"
Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 11.00 bis 12.00 Uhr

Wir können von den Hunden, aber auch von den Tieren sehr viel lernen, meint Abt Anselm, angesprochen auf seinen Hund Nelson. Der Mensch lerne vom Hund Geduld, grenzenlose Liebe, grenzenloses Vertrauen. Und beim Hund wisse man, dass dessen Freude echt sei, strahlt Abt Anselm vielsagend.

Die Sendung zum Nachhören:

Seine Abt-Jahre wurden anfänglich durch die erhobenen Missbrauchsvorwürfe gegen das Kloster Mehrerau in den Jahren 2012/2013 schwer belastet. Er sei aber froh darüber, dass es gelungen sei, daraus zu lernen und Neues zu schaffen, betont der Abt. Er bemüht dazu ein Bild, auf dem Christus vom Kreuz herabsteigt und den Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux umarmt; es gelte für ihn als Sinnbild dafür, dass man mit Gottes Hilfe schwierige Zeiten durchstehen könne.

Fordernde Aufgabe

Neun Jahre nach seiner Wahl und Weihe ist Abt Anselm - der gebürtige Südafrikaner - zum zweiten Mal Gast in den „Ansichten“ bei Johannes Schmidle. Diese neun Abt-Jahre seien nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Die Bürde des Amtes sei spürbar, unter ihr könne man stöhnen und leiden. Man leide aber nicht für sich selbst, sondern für jene, für die man die Verantwortung trage. Und er schließt an: „Es ist eine schöne Aufgabe, in die man hineinwachsen muss.“

Ansichten Anselm von der Linde

privat

Der Arbeitsaufwand als Abtpräses der sogenannten Mehrerauer Kongregation mit den Reisen und den Visitationen der angeschlossenen sechs Männer- und dreizehn Frauenklöster sei fordernd. Man habe schon zwei Klöster wegen Nachwuchsmangels schließen müssen, bedauert Abt Anselm. Die Mehrerau zähle derzeit 27 Mitglieder im Konvent. Man halte die Pforte offen, damit sich Interessenten mit dem Leben in einem Kloster vertraut machen können.

Streit um 200 Parkplätze

Angesprochen auf eine aktuelle Problemzone, bestätigt der Abt eine Verstimmung zwischen dem Kloster und der Stadt Bregenz. Es geht um die Errichtung von 200 Parkplätzen. Man habe dem Kloster zu Unrecht vorgeworfen, der Umwelt zu schaden. Die noch vorhandenen Grünflächen seien ein Beweis des Gegenteils, betont Abt Anselm.