„Och - meine Mutter, och - meine Tochter“

Die oft konfliktreiche und prägende Beziehung zwischen Müttern und Töchtern ist am Samstag Thema in der ORF Radio Vorarlberg Sendung „Focus“. Zu Gast ist Psychotherapeutin und Heilpraktikerin Claudia Haarmann-Paasche.

Sendehinweis:

„Focus" - Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 13. Mai 2017, 13.00 – 14.00 Uhr
Donnerstag, 18. Mai 2017, 21.00 – 22.00 Uhr (WH)

Der Muttertag ist eine gute Gelegenheit, Mütter und ihre Töchter, die großteils wieder Mütter werden ins Visier zu nehmen. Die Therapeutin Claudia Haarmann-Paasche gibt Einblick in ihre Arbeit mit Frauen und Müttern. Sie bekennt freimütig, es gebe „unglaublich viel Unverständnis und Sprachlosigkeit zwischen Müttern und Töchtern und einen dramatischen Anstieg an Kontaktabbrüchen. Die Beziehung ist entweder gut und nah oder schwierig und von Distanz, Abwehr und Kälte geprägt. Dazwischen ist nichts.“

Die Sendung zum Nachhören:

Im Vordergrund stehe oft der „eine" Wunsch nach einer Mutter, „die es ermöglicht, dass man sich bei ihr niederlässt und entspannt“. Mütter seien gefordert, betont Haarmann-Paasche, denn von ihnen werde doch extreme Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Organisationstalent, Einfühlungsvermögen und Kreativität gefordert, um den Alltag zu bewältigen.

Focus Claudia Haarmann-Paasche

Jule Biernatzki

Die Folge sei, „je schwieriger und bedrohlicher die Außenwelt erlebt wird, desto intakter muss diese kleine Einheit funktionieren“, so die Therapeutin.

Frühe Kindheit entscheidend

Es sei die frühe Kindheit, die uns nachhaltig präge, sagt Haarmann-Paasche. Unsere Auseinandersetzung mit der Welt, unser Denken und Fühlen forme sich vor allem in der Beziehung zur Mutter. „Bereits im Mutterbauch entwickelt sich das Kind in permanenter Resonanz zur Mutter." Kinder müssten von Anfang an spüren: „Es ist gut, dass du da bist.“

Die psychische Entwicklung des Kindes sei untrennbar mit der physischen Entwicklung verknüpft. Eine Mutter, die ihr Kind willkommen heißt, „Ja“ zu ihrem Kind sagt, vermittelt Halt und Geborgenheit. So entsteht Bindung und das Gefühl: „Die Welt ist ein sicherer Ort, hier kann mir nichts passieren, ich werde so angenommen, wie ich bin.“

Wurzeln und Flügel

Was braucht ein Kind? Starke Wurzeln, Urvertrauen, Halt in der Familie, Schutz und Trost, andererseits aber auch „Flügel zum Fliegen“, das Gefühl von Autonomie, das Gefühl, ein eigenes Wesen zu sein. "Wir brauchen den sicheren Hafen, wo wir Mut und Kraft tanken können, damit wir hinterher die Welt erkunden können“, betont Claudia Haarmann-Paasche. „Wurzeln und Flügel gehören zu unseren seelischen Grundbedürfnissen. Beide sind gleich wichtig.“

Diesen Vortrag haben wir in der Vortragsreihe „Wertvolle Kinder“ aufgezeichnet.

Zur Person:

Claudia Haarmann-Paasche: Seit 2003 psychotherapeutische Heilpraktikerin, Germanistik, viele Jahre freie Journalistin in Rundfunk und Fernsehen.

Therapeutische Ausbildungen: Kommunikationstrainings, „Clowns-Theater als heilende Kunst“. Gesprächstherapie, Voice Dialog, Partner- und Beziehungsklärung, Rollenspiel und Psychodrama, Energie-Arbeit, Bedeutung der Chakren. Ausbildung zur Gruppenleiterin und Meditationslehrerin. Ausbildung in Systemischer Familientherapie.

Entwicklungspsychologie, Persönlichkeits- und Charakterstrukturen, Theorie und Praxis integrativer Atemarbeit, Entspannungstechniken, Grundlagen der Sexualberatung. Ausbildung in Traumabewältigung, Intensivtraining über Bindungsdynamiken und Bindungstraumata
Eigene Praxis seit 1999. Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie seit 2003.

Homepage:

claudia-haarmann.de

Literatur zur Sendung:

Mütter sind auch Menschen -
was Töchter und Mütter von einander wissen sollten. Verlag Orlanda.

Kontaktabbruch: Kinder und Eltern, die verstummen. Verlag Orlanda.

Musik:

CD Viaggiando

T: Song for my father

T: Mister Kneipp

Rosario Bonaccorso, Roberto Taufic, Fabrizio Bosso, Javier Girotto