Eine Woche im Zeichen von „30 Jahre Focus“

ORF Radio Vorarlberg feiert 30 Jahre „Focus“ – 30 Jahre „Themen fürs Leben“. Aus diesem Anlass gibt es von Montag, 15. Juni, bis Donnerstag, 18. Juni, täglich von 21.00 bis 22.00 Uhr besondere Sendungen zum Wiederhören.

Sendungshinweis:

„Focus-Jubiläumssendung“, Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr, live in ORF Radio Vorarlberg

Im Jahr 2010 übernahm Dr. Johannes Schmidle die Redaktion für die wöchentliche Sendung „Focus“. Ihm wurde schnell bewusst, dass mit dieser Aufgabe eine tausendfach geschätzte und viel beachtete Sendung auf ihn zukam. Denn Woche für Woche hören rund 30.000 Hörerinnen und Hörer allein in Vorarlberg zu. Dazu kommen zahlreiche Fans in den Nachbarländern. Seit Jahren können die Focus-Themen auch online über vorarlberg.ORF.at in einem ständig wachsenden Archiv aufgerufen und nachgehört werden.

30 jahre focus collage

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Den Grundstein und den Zauber des Anfangs für die beliebte Wissenschaftssendung „Focus – Themen fürs Leben“ legte Dr. Franz-Josef Köb. 25 Jahre stand die Sendung unter seiner redaktionellen Verantwortung und wurde in breiten Bevölkerungskreisen zum Publikumsmagneten. Köb hat der Sendung auch ihren Namen gegebeben, und er hat die bis heute verwendete charakteristisch Kennmelodie gewählt.

Orientierungshilfe in unserer Zeit

In „Focus“ werden Vorträge von renommierten Referentinnen und Referenten zusammengefasst. Ziel war von Anfang an, Impulse und Anregungen rund um Themen der Zeit, in der wir leben, anzubieten. „Focus“ will lebensbegleitende und –beratende, aber auch gesellschaftspolitisch brisante Akzente setzen und versteht sich als vielschichtiges öffentlich-rechtliches Angebot: eine Orientierungshilfe in einer Welt voller Widersprüche und Gegensätze.

Johannes Schmidle, Porträt

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Dr. Johannes Schmidle: „In die Fußstapfen von Franz-Josef Köb zu treten hieß, eine große Fan-Gemeinde nicht vor den Kopf zu stoßen und gleichzeitig ganz ich zu bleiben.“

Neue Suchfunktion im Online-Archiv

Rechtzeitig zum Jubiläum wurde eine neue Suchfunktion für das beliebte Focus-Archiv installiert; somit kann das rund 800 Sendungen umfassende Archiv nach Stichworten, nach ReferentInnen-Namen und auch Jahreszahlen durchsucht werden.

ORF-Landesdirektor Markus Klement: „Die Sendung ‚Focus‘ gibt vielen Menschen positive und lebensfrohe Anregungen beim Meistern ihrer ganz persönlichen ‚Themen fürs Leben‘. Sie ist zu einem fixen und wertvollen Bestandteil in unserem Programm geworden.“

Sendungen der Jubiläumswoche

Von Montag, 15. Juni, bis Samstag, 20. Juni, gibt es aus Anlass des Jubiläums eine „Focus-Woche“ mit Klassikern aus der Focus-Schatzkiste, jeweils von 21.00 bis 22.00 Uhr auf ORF Radio Vorarlberg. Hier können Sie ORF Radio Vorarlberg live im Internet hören. Alle Sendungen können auch im Focus-Archiv nachgehört werden.

„Der Mensch auf der Suche nach Sinn“

Univ.-Prof. Dr. Viktor E. Frankl.
Wiederholung: Montag, den 15. Juni 2015, 21.00 bis 22.00 Uhr

Frankl erläutert mit praktischen Beispielen die Kernaussagen der Logotherapie: Der Mensch ist ein sinnorientiertes Wesen. Wie kann Sinn in den verschiedenen Lebenssituationen, besonders bei Leid und Tod, gefunden werden? Es sind Auszüge aus dem Vortrag „Bewältigung der Vergänglichkeit“, den Frankl im Oktober 1984 im ORF-Funkhaus in Dornbirn in der Reihe „Fragen unseres Daseins“ gehalten hat.

Die Sendung zum Nachhören:

Univ.-Prof. Dr. Viktor E. Frankl (1905–1997) war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und Professor für Logotherapie u.a. in San Diego, Kalifornien. Begründer der Logotherapie. Inhaber von 29 Ehrendoktoraten. Seine Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt. Der weltweit geschätzte Wiener Psychiater hat die Suche nach dem Sinn des Lebens zum Thema seines Lebens und seiner Arbeit als Arzt, Psychiater und Wissenschaftler gemacht.

„Kinder als Bürger“

Univ.Prof. Dr. Erwin Ringel. Sendung vom 3. März 1991
Wiederholung: Dienstag, den 16. Juni 2015, 21.00 bis 22.00 Uhr

Erwin Ringel hatte nicht nur den Einzelnen, sondern auch das Ganze vor Augen. Seine Diagnose: Gerade weil wir in einer schlimmen Welt leben, müssen wir unsere Zeit nützen, um gegen die gesellschaftliche Destruktivität zu kämpfen. Die ersten Lebensjahre des Menschen sind entscheidend für die spätere Entwicklung der Persönlichkeit. Eltern und Erzieher tragen Verantwortung dafür, ob das Kind in einer gesunden oder einer neurotisierten Umwelt aufwächst. In klaren Verhaltensmustern und Fallstudien wird hier die Wechselwirkung von Körper und Seele erhellt und transparent gemacht. Ringel fordert auf zur Bildung eines personalen Gewissens und meint: „Liebe ist die einzige Chance, die guten Kräfte wachsen zu lassen.“

Die Sendung zum Nachhören:

Univ. Prof. Dr. Erwin Ringel wurde 1921 in Temesvar (ehem. Kronland Siebenbürgen) geboren. Bis 1936 lebte die Familie in Hollabrunn. Nach der Matura 1939 begann er ein Medizinstudium, das durch die Einberufung zur deutschen Wehrmacht wiederholt unterbrochen wurde. 1949 schloss er sein Studium als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie in Wien ab. Bereits 1948 baute Erwin Ringel das erste Selbstmordverhütungszentrum der Welt im Rahmen der Caritas auf. Dies blieb auch der Schwerpunkt seiner weiteren Laufbahn. Anfang der sechziger Jahre gründete er das IASP („Internationale Vereinigung für Selbstmordverhütung“) und erhielt für seinen Einsatz den Dr. Karl-Renner-Preis. Verschiedene Auszeichnungen wurden ihm verliehen (u.a. das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst), er publizierte mehr als 600 Arbeiten über seine Forschungen. Erwin Ringel starb am 28.7.1994.

„Die Begleitung Sterbender und Trauernder“

Prof. Dr. Elisabeth Kübler-Ross. Sendung vom 30. März 1996
Wiederholung: Mittwoch, den 17. Juni 2015, 21.00 bis 22.00 Uhr

Die berühmte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross berichtet über die Begleitung Sterbender und Trauernder. In der Einleitung erzählt sie von ihrer damaligen Verbitterung in der Wüste von Arizona. Sie vermittelt ein klares Bild davon, was jeden von uns nach dem Ablegen des irdischen Körpers erwartet. Sie beweist überzeugend und einfühlsam, dass es ein Leben nach dem Tod tatsächlich gibt. Ihre Worte spenden Trost und Hoffnung, Vertrauen und Liebe. Sie geben praktische und seelische Hilfe und lehren uns, dass jedes noch so leidvolle Schicksal eine Botschaft für uns hat und uns eine neue Chance zum Wachstum bietet.

Die Sendung zum Nachhören:

Prof. Dr. Elisabeth Kübler-Ross, 1926 in der Schweiz geboren, studierte in Zürich Medizin. Bevor sie in die USA auswanderte, war sie in der Schweiz als Landärztin tätig. In den Vereinigten Staaten arbeitete sie anfangs in einigen psychiatrischen Kliniken in New York, Denver und Chicago. Zeitweise ging sie einer Lehrtätigkeit an einigen Universitäten nach. In Virginia leitete sie ein Seminarzentrum mit dem Schwerpunktthema Leben und Sterben. Auf der ganzen Welt hielt sie Workshops ab, um die Menschen wieder zu lehren, ihre Liebesfähigkeit zu entfalten. Ihre Arbeit und Hingabe galten in ihren letzten Lebensjahren besonders sterbenden Kindern und Aidskranken. Elisabeth Kübler-Ross, die im August 2004 verstarb, hat mit ihren Forschungen den Menschen Hoffnung gegeben, dass mit dem Tod - entgegen der wissenschaftlichen Meinung - ein neues, strahlenderes Leben beginnt, auf das wir uns alle freuen können.

„Unsere Verantwortung: Ein großes Wort“

Prof. DDr. Franz Radermacher
Univ.-Prof. Dr. Wilfried Biebl
Donnerstag, den 18. Juni 2015, 21.00 bis 22.00 Uhr (Wiederholung vom Samstag, den 13. Juni 2015)

Prof. DDr. Franz Josef Radermacher stellt die Grundsatzfrage nach der gerechten Welt. „Wenn wir eine gerechte Welt wollen, stellt sich die Frage: Wollen wir eine gerechte Welt nur in Vorarlberg oder in der ganzen Welt?

Die Sendung zum Nachhören:

Der Psychiater und Psychosomatiker Univ.-Prof. Dr. Wilfried Biebl spricht davon, dass man beim Zusammenleben von Menschen auf alte biologisch verankerte Verhaltensweisen zu sprechen komme. Und Kultur sei besonders wichtig und notwendig, um uns in diesen hierarchisch so festen Strukturen zu bewegen, sagt Prof. Biebl.

Live-Übertragung der Geburtstagssendung

aus dem ORF-Publikumsstudio
Freitag, den 19. Juni 2015, von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr

1. Rückblick
Die Anfänge von „Focus“

2. Podiumsdiskussion
Die Bedeutung der Medien für die Bewältigung von Lebensthemen

3. Präsentation des neuen Studiohefts

Gäste sind u.a.:
Univ.-Prof. Prim.Dr. Reinhard Haller, Gerichtspsychiater
Dr. Franz Josef Köb, Focus–Gründungsredakteur
Dr. Judith Hardegger, „Sternstunden“ (SRF) Schweizer Fernsehen
Simone Fürnschuß-Hofer, Autorin
Mag. Josef Kittinger, Bildungshausleiter

Moderation: Ingrid Amon und Johannes Schmidle