Ausstellungen mit Werken junger Künstler

Gleich zwei Galerien zeigen derzeit Kunst von jungen Künstlern. Severin und Pirmin Hagen fassen in der Schrunser Kellergalerie MAP eine Erkundung der Montafoner Grenzen in Skulpturen und Grafiken zusammen. Bernhard Buhmann befasst sich in der Galerie Lisi Hämmerle mit „Glücksrittern“.

Sendungshinweis:

„Vorarlberg heute“, 31.8.2012

Die neuen Bilder Bernhard Buhmanns zeigen seltsam anmutende Flugobjekte - mit rauchenden Schloten und fliegenden Segeln. In einer verrückten Welt in rasender Bewegung scheint selbst ihre Flugrichtung bisweilen unklar. Vor raumlosen Hintergründen heben sich die surrealistischen Gebilde ab, stehen mitunter an der Kippe. Die Steuermänner wirken verzweifelt.

Für Buhmann, der neben Kunst auch Soziologie studiert hat, sind seine Unwirklichkeitsentwürfe immer auch mögliche Kommentare zur Gegenwart, einer Zeit, in der es vor Glücksrittern - so der Titel der Schau - nur so wimmelt.

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Im Video zu sehen: Bernhard Buhmann (Künstler), Severin Hagen (Künstler); Beitrag von Carina Jielg, Holger Weitze, Joachim Mark

„Glücksritter“

Ausstellung von 1. bis 29.9.2012; Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz

Sich selbst sieht Buhmann, 1979 in Bregenz geboren, nicht als „Glücksritter“. Zu bedacht geht er mit sich und etwa dem Kunstbetrieb um, der ihn schon früh zum Senkrechtstarter machte. Der Erfolg hält an, allein heuer hat Buhmann etwa in der Kunsthalle Wien und in Dubai ausgestellt. Seine Bilder einer Welt außer Kontrolle entstehen ohne Vorlage, aus dem Akt des Malens heraus.
Die Austellung wird morgen abend eröffnet.

„Montafon als Grenzregion“

Pirmin und Severin Hagen sind Zwillinge, knappe 30 Jahre alt, stammen aus Dornbirn und sind Künstler. Der eine hat sein Studium an der Akademie in Wien abgeschlossen, der andere an der Angewandten. Dass nun beide ihre erste offizielle Galerienausstellung in Vorarlberg - bisher traten sie hier nur im Rahmen eines eigenen Kulturfests in Lustenau in Erscheinung - gemeinsam bestreiten, ist kein Zufall, verläuft doch nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Kunstschaffen synchron. Als Severin etwa ein Jahr in Polen verbrachte und Pirmin ihn nach Monaten besuchte, stellten sie fest, dass sie zeitgleich sehr ähnliche Werke zu ähnlichen Themen geschaffen hatten.

„Montafon als Grenzregion“

Ausstellung von 1. bis 23. 9. 2012 in der MAP Kellergalerie, Schruns

Skulpturen und Grafiken

Ausgangspunkt für die Arbeiten in der Kellergalerie waren Erzählungen über Künstler, die sozusagen im Montafon gestrandet sind, wie etwa Hugo von Schönborn oder Lukas von Cranach. Kurz darauf folgten Wanderungen in die Berge des Montafon und damit an dessen Grenzen.

Die gesammelten Überlegungen zum Thema mündeten schließlich in filigranen Skulpturen, etwa kleine Modellabgüsse von Stauseen oder Betonobjekten aus Kiesel verschiedener Regionen oder in Collagen, für die Bergsteiger-Fotos und Landkarten aus dem Internet verwendet wurden. Zuerst wurde das Montafon aus der Ferne erkundet, schließlich haben die Hagens die Reise höchstpersönlich angetreten. Die Ausstellung mit Arbeiten zwischen Forschen und Ankommen wird am Samstagabend eröffnet.