„Männersache“: Befehle statt Bitten

In der Radio-Vorarlberg-Reihe „Männersache“ erläutert Markus Hofer vom Männerbüro, warum Buben oft mehr klare Anordnungen statt Bitten brauche.

Die Sendung zum Nachhören:

Befehle statt Bitten

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Vorarlberg“, 5.8.2012

„Mach das bitte, mir zu liebe.“ Solches Flehen bleibt bei den Jungs oft unerhört, während man Mädchen durchaus damit gewinnen kann. Mädchen sind meist sozialer orientiert, mehr auf das persönliche Beziehungsnetz bezogen. Sie machen etwas nicht ungern der Lehrerin oder Mama zu liebe.
Jungs sind da wesentlich sachbezogener. Inständiges Bitten, Appelle oder gutes Zureden verhallen oft nahezu wirkungslos. Und vermutlich ticken wir Männer überhaupt hierarchischer als die Frauen. Darum ist es für Jungs auch eine wichtige Frage, wer hier der Chef ist.

Verhandlungen bei Jungs beliebt

Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Mama oder die Lehrerin ihren entsprechenden Platz einnimmt. Dann haben Jungs auch keine Probleme mit klaren Anweisungen oder gar Befehlen. Das wird vermutlich auch viel wirkungsvoller sein als Beziehungsappelle oder flehentliches Bitten. Jungs lieben es auch zu verhandeln. Es widerstrebt Müttern vielleicht, ihren Söhnen ein Angebot zu machen, mit ihnen Deals auszuhandeln, aber genau das könnte bei Jungs viel wirkungsvoller sein.

Klare Ansagen sind Übungssache

Eine Mutter mailte mir nach einem Vortrag: „Unserem Sohnemann habe ich den Staubsauger vor die Tür gestellt und ihm ganz chefmäßig erklärt, bis wann der Staub unter dem Bett verschwunden sein muss. Das hat soweit geklappt, aber natürlich hat er nur unter dem Bett gesaugt und der Rest des Zimmers blieb staubig. Ich glaube, ich muss als Chefin noch einiges dazulernen.“ Das mit den klaren Kommandos ist natürlich Übungssache und umgekehrt muss der Sohnemann die plötzlich chefmäßig auftretende Mama testen. Aber so wie es aussieht, wird es mit den beiden schon noch klappen.