„Erziehung heute“: Mein Baby lacht
Die Sendung zum Nachhören:
Wann beginnt mein Kind zu lächeln?
Sendungshinweis:
RV-„Bodenseemagazin“, 17.7.2012
Das allgemeine Lächeln bekommen Mami und Papi so um die vierte, fünfte Woche herum zum ersten Mal zu sehen. Man kann es schon als richtiges „Begrüßungslächeln“ bezeichnen. In den kommenden Tagen und Wochen dauert es nun immer länger, wird immer ausgeprägter und breiter - und bald strahlen große Augen mit denen der Eltern um die Wette.
Zwar ist der Auslöser für dieses Lächeln oft noch immer die Stimme, beziehungsweise das Gesicht von Mami oder Papi, doch kann es gut sein, dass das Baby auf ein fremdes und freundliches Erwachsenengesicht ebenso reagiert. Mit einem allgemeinen Lächeln darf jedermann rechnen, der sympathisch erscheint. In dieser Phase spricht man noch von einem „unspezifischen“ Lächeln.
Erstes Lachen ist gleichzeitig auch Zeit des Ablösens
Es ist mehr als fesselnd, wenn man ein Baby herzlich lachen hören und sehen kann. Sie können ein ein Glucksen und Prusten ihres Babys vernehmen? Ein magischer Moment, der genauso in Erinnerung bleibt wie es mit dem ersten Krabbeln oder dem ersten Wort der Fall ist.
Spannend ist bei einem lauten kindlichen Lachen, dass das erste Mal der Lachtöne in etwas mit dem Zeitpunkt zusammenfällt in dem ein Kind sich etwas von der Mutter löst und folglich seine Umwelt und andere Menschen wahrnimmt.
Warum lacht mein Baby?
Wenn Babys nun mitlachen, dann dürfte es letztlich auch aus dem herrlichen Gefühl heraus kommen, sich beim Spielen in Sicherheit derjenigen Person zu wiegen, der das absolute Vertrauen gehört. Babys merken bald, dass Lachen Spaß macht. Lachen auch über das immer neue Entdecken von „Gefahren“ die gar keine sind und auch nicht ernst genommen werden brauchen: Mami versteckt sich und kommt ja doch immer wieder hervor, sie spielt das Krümelmonster und ist gleich wieder schmusig, das Mäuschen hört ganz sicher auf zu kitzeln, wenn Mami es ihm sagt und auch als „Hoppe-Hoppe-Reiter“ sitzt man in Mamis Händen sicher wie Winnetou in seinem Sattel. Hinter dem Lachen steht auch die Freude darüber, dass Angst ganz unbegründet sein kann, und dass das in Mami gesetzte Vertrauen mit Schutz belohnt wird.
Ist das Lachen angeboren oder erlernt?
Auch braucht man Babys das Lächeln nicht zu lernen. Alle Babys lächeln irgendwann, weil ihnen diese Fähigkeit angeboren ist und sich lediglich noch entwickeln muss. Sogar blinde Babys lächeln, wenn auch weniger und nicht voll entwickelt, weil ihnen das Zurücklächeln von Bezugspersonen fehlt. Für die Entwicklung eines voll ausgeprägten Lächelns braucht es das „Feedback“ von Mami und Papi. Deshalb ist auch die Zuwendung, die die allermeisten Eltern ihren Kleinen zukommen lassen, um sie zum Lächeln zu bringen, nicht umsonst (weil das Lächeln ja ohnehin kommt). Es ist vielmehr sehr wichtig für den Aufbau einer engen Beziehung und gibt den Babys viel Gelegenheit, Mami und Papi kennen zu lernen.
Ansonsten kann man sich gerade als Bezugsperson des Kindes sicher sein, dass ein gemeinsames Lachen und Glucksen ab dem fünften oder sechsten Lebensmonat zu einer der schönsten Angelegenheiten im Alltag gehören wird.
Publiziert am 17.07.2012

