„Selbstbestimmtheit von Frauen eingeschränkt“

Die Geschäftsführerin des Vereins Amazone, Angelika Atzinger, ortet Tendenzen, die Selbstbestimmtheit der Frauen einzuschränken. Zudem kritisiert sie im Samstaginterview von Radio Vorarlberg, dass Frauenministerin Bogner-Strauß das Frauenvolksbegehrens nicht unterschreiben will.

Neben dem Anti-Raucher-Volksbegehren läuft auch die Eintragungsfrist für das neue Frauenvolksbegehren. Knapp 200.000 Personen haben bereits eine Unterstützungserklärung abgegeben. Ein prominenter Name wird aber auf alle Fälle fehlen: Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) will nicht unterschreiben. Einige Forderungen würden ihr zu weit gehen, so Bogner-Strauß.

Angelika Atzinger leitet seit Anfang des Jahres Jahres den Verein Amazone in Bregenz, zudem unter anderem das Mädchenzentrum in Bregenz gehört.

Amazone-Geschäftsführerin Angelia Atzinger sieht diese Haltung im Samstaginterview von Radio Vorarlberg kritisch. Auch wenn man nicht mit allen Punkten einverstanden sei, solle man als Frauenministerin unterschreiben, so Atzinger. Das Volksbegehren sei ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Geschlechtergerechtigkeit.

Atzinger: Entfernung von echter Wahlfreiheit

Atzinger sieht in den vergangenen Jahren generell viele Bestrebungen in die Richtung, dass Frauen zu Hause bleiben und sich um die Kindererziehung kümmern sollten. Es gehe auch sehr viel darum, die Selbstbestimmtheit von Frauen einzuschränken - auch von Seiten der Politik.

Mit dem Familienbonus der Bundesregierung oder der Betreuungsprämie in Schwarzenberg werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen nicht verbessert. Damit entferne man sich wieder von einer echten Wahlfreiheit. Das gehe an der Realität von sehr vielen Frauen vorbei, so die Amazone-Geschäftsführerin.

Das Interview mit Angelika Atzinger hat ORF-Redakteur David Breznik geführt.

Rollenklischees aktiv entgegensteuern

Im Verein Amazone werde versucht, solche Themen anzusprechen. „Wir schauen da vor allem, dass wir auch die Berufsbilder für Mädchen erweitern können“, so Atzinger. In der Gesellschaft gebe es noch viele Ungerechtigkeiten, die größte Ungleichheit sei ganz klar am Arbeitsmarkt zu beobachten. „Frauen verdienen immer noch weniger als Männer und leisten den Großteil der Kinderbetreuungsarbeit und der Pflege von Angehörigen“, so Atzinger. Viel Handlungsbedarf gebe es auch bei den Rollenklischees, „da muss aktiv gegengesteuert werden“.