Vielversprechende Therapien bei Epilepsie

In Vorarlberg gibt es jedes Jahr 450 Neuerkrankungen an Epilepsie. Neue, besser verträgliche Medikamente verhindern epileptische Anfälle, und eine Operation kann die Krankheit sogar heilen.

Dank großer Fortschritte in der Behandlung könne immer mehr Betroffenen geholfen werden, sagt Edda Haberlandt, Ärztin am Krankenhaus Dornbirn und Vorsitzende der österreichischen Gesellschaft für Epileptologie. Die neuen Medikamente seien besser verträglich und hätten weniger Nebenwirkungen. Zwei Drittel der Patienten könnten damit anfallsfrei leben, so Haberlandt.

Operation am Gehirn

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es laut Haberlandt auch den chirurgischen Eingriffe. Ebenfalls zwei Drittel der Patienten können dadurch geheilt werden, so Haberlandt.

Zunächst wird anhand einer speziellen Untersuchung festgestellt, welcher Bereich im Gehirn die Epilepsie auslöst. Dann erfolgt die Operation, so der Neurologe am Kepler-Uniklinikum Linz, Joachim von Oertzen: „Bei dem Eingriff wird ein Stück Hirngewebe entfernt. Das wird vorher sehr sorgfältig untersucht, um genau festlegen zu können, welches Hirnareal entfernt werden muss.“ Am Kepler-Uniklinikum wurden bereits 300 Epilepsiepatienten operiert. Etwa zwei Drittel von ihnen hatten danach langfristig keine Anfälle mehr - mehr dazu in Verbesserte Behandlung von Epilepsie (ooe.ORF.at; 14.8.2017)

Interview mit Edda Haberlandt, Ärztin am Krankenhaus Dornbirn. ORF-Redakteur Andreas Feiertag hat mit Haberlandt gesprochen.

Aufklärungskampagne gegen Stigmatisierung

Was laut Haberlandt aber nach wie vor ein Problem darstellt, ist die Stigmatisierung von Epilepsie-Patienten, insbesondere von Kindern. Daher startet ihre Gesellschaft jetzt eine Aufklärungskampagne an den Schulen.

Epileptischer Anfall

Bei einem epileptischen Anfall handelt es sich laut netdoktor.at um eine anfallsartige Funktionsstörung des Gehirns durch eine gleichzeitige exzessive Entladung von Nervenzellen (Neuronen). Die Symptome des epileptischen Anfalls sind davon abhängig, welche Hirnregion betroffen ist. Charakteristisch sind ein plötzlicher Beginn und in der Regel eine Dauer von Sekunden bis wenigen Minuten.

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