AQUA Mühle beendet Postpartnerschaft

Der Sozialdienstleister AQUA Mühle gibt im Sommer seine Postpartnerschaft auf. Viele Personen seien schon so lange arbeitslos, dass sie für die Arbeit in Postpartner-Stellen nicht mehr geeignet seien, heißt es bei AQUA Mühle.

Aktuell betreibt AQUA Mühle noch sieben Postpartnerstellen im Raum Walgau (Bludesch, Nofels, Tisis, Tosters, Frastanz, Koblach und Nenzing). Ende Juni endet das Projekt, sagt Florian Kresser, der beim Sozialdienstleister den Fachbereich Arbeit & Beschäftigung leitet.

AQUA Mühle steigt aus

Die Post setzt in Vorarlberg seit Jahren verstärkt auf Postpartner, also auf kleine Geschäfte, die das Postgeschäft nebenbei abwickeln. Die Organisation „AQUA Mühle“ will jetzt aussteigen.

Klienten oft nicht genug qualifiziert

Ein Grund ist, dass die Anforderungen für das Personal zu hoch geworden sind: „Das Qualifikationsniveau, das dort notwendig ist, ist nicht mehr passend zum Klientel“, so Kresser. Oft seien die Personen schon so lange arbeitslos, dass sie für die Arbeit in Postpartnerstellen nicht mehr genug qualifiziert seien.

Man wolle sich daher auf andere Tätigkeitsbereiche konzentrieren. So habe man viele Personen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen - etwa Alter und Gesundheit. „Wir wollen auch weiterhin ein Sprungbrett für diese Menschen sein - und da braucht es das passende Angebot“, sagt Kresser.

Gemeinden vorgewarnt

Wie es in den betroffenen Gemeinden danach weitergehen wird, ist derzeit noch offen. Die Gemeindeoberhäupter wurden aber bereits im Vorfeld informiert. Das bestätigt auch Michael Tinkhauser (Wir in Bludesch/Gais), Bürgermeister von Bludesch. Er bedauert, dass die Partnerschaft zu Ende geht. „Wir als Gemeinde sind jetzt dran, eine neue Lösung zu finden.“ In Tisis ist man schon weiter: Hier gibt es bereits einen Nachfolger.

Integra: Problem bekannt

Bei der Stelle Integra, die ebenfalls eine Postpartnerstelle in Bregenz betreut, kennt man die Problematik. Es gehe dabei um die Verweildauer, sagt Geschäftsführer Stefan Koch. Die werde immer kürzer - und damit habe man immer weniger Zeit, die Menschen einzuarbeiten. Dadurch gerate man manchmal in eine „produktive Schieflage“, sagt Koch. „Wir lösen das, indem wir selber Personal einstellen.“

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