Finanzdienstleister für heuer optimistisch

Laut Markus Salzgeber, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Finanzdienstleister, sind die Auftragszahlen in der Branche gut und auch die Nachfrage groß. Für heuer geht Salzgeber von einer guten Entwicklung der Aktienkurse aus.

Seine Zuversicht gründe auf der Tatsache, dass die fundamentalen Daten der Wirtschaft stimmen, sagt Salzgeber im Samstaginterview von Radio Vorarlberg. „Wir haben sehr niedrige Arbeitslosenzahlen, volle Auftragsbücher, die Unternehmer haben die Schulden abgebaut und die Kursgewinne steigen“, so der Experte. Auch an den Neuemissionen sehe man, dass immer mehr Unternehmen an die Börse streben.

Audio: Markus Salzgeber, Sprecher der Finanzdienstleister, im Gespräch mit ORF-Redakteur Peter Metzler

Zudem sei das Tagesgeld, welches Bankkunden derzeit bei einem Sparbuch erhalten, so gering, dass es die Inflation nicht mehr abdecke. Daher müssen die Anleger laut Salzgeber ein gewisses Risiko eingehen, um noch eine positive Rendite erzielen zu können.

Zuversicht für laufendes Jahr

Bei längerfristigen Ansparungen rät Salzgeber, vorübergehende Schwankungen in Kauf zu nehmen. Die jüngsten Kursrückgänge an den internationalen Börsen sieht er als Strohfeuer. „Das hat nichts mit den fundamentalen Daten der Wirtschaft zu tun. Die sind sehr gut und daher zeigt sich auch, dass die Kurserholungen immer gleich am nächsten Tag eingesetzt sind“, sagt Salzgeber. Für 2018 sei er zwar nicht euphorisch, aber positiv eingestimmt, was die Börsen angehe.

„Nachholbedarf bei Pensionsvorsorge“

Aus Sicht von Salzgeber gibt es bei der Pensionsvorsorge der Vorarlberger noch deutlichen Nachholbedarf. Ertragreiche Anlageformen wie Investmentfonds spielen nach wie vor eine zu geringe Rolle, sagt der Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister. Dabei wären sie bei langfristiger Anlage ein gutes Instrument zur Vorsorge.

Markus Salzgeber

WKV

Markus Salzgeber ist Fachgruppenobmann der Vorarlberger Finanzdienstleister.

„Die Eltern sollten bereits für Kleinkinder nach der Geburt zu sparen beginnen. Zum Beispiel 25 Euro aus der Familienbeihilfe - also nicht einmal ein Fünftel des Zuschusses - könnte man bereits sinnvoll in Investmentfonds stecken“, sagt Salzgeber. Dieses Geld begleite einen lebenslang. Es sei nicht erst beim Pensionsantritt fällig, sondern täglich. Ein weiterer Vorteil für Salzgeber: Auch nach der Pensionierung brauchen die Menschen noch 20 bis 30 Jahre ein Geld.

Warnung vor Digitalwährung Bitcoin

Salzgeber warnt vor dem Kauf der digitalen Währung Bitcoin. Diese sei keine klassische Währung, weil sie keinen realen Wert habe und nicht getauscht werden könne. Von Bitcoin profitiert hätten vor allem jene, die sich bei Einführung der digitalen Währung beteiligt hätten.

Er nennt Bitcoin „ein reines Spekulationsobjekt“, mit Geldanlage habe das nichts zu tun. Außerdem habe der Präsident der Österreichischen Nationalbank ebenso vor Bitcoin gewarnt wie Börsenexperten und die Schweizer Bank UBS, sagt Salzgeber.

Auswirkungen der Finanzkrise auf Branche

Während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2011 ist die Zahl der Finanzdienstleister in Vorarlberg deutlich zurückgegangen. Für Salzgeber war das - aus heutiger Sicht - eine gewisse Bereinigung. Der Fehler sei damals gewesen, dass es keine gesetzlichen Grundlagen für die Ausbildung von Finanzdienstleistern gegeben habe - außer für jene, die im Wertpapierbereich tätig waren.

„Aufgrund vieler gesetzlicher Änderungen hat sich die Mitgliederzahl fast halbiert. Sie ist in den vergangenen Jahren bei uns in Vorarlberg beinahe stabil geblieben und die Qualität hat sich markant nach oben bewegt“, sagt Salzgeber.