Neuer Chefarzt Willis: „Therapien erleichtern“

Die Entstigmatisierung von Abhängigkeitserkrankungen sei eines seiner Ziele, sagt Michael Willis, neuer Chefarzt des Suchtkrankenhauses Maria Ebene, im ORF Vorarlberg-Interview. Der Zugang zu Therapien müsse erleichtert werden.

33 Jahre lang war Reinhard Haller Leiter der Maria Ebene. Mit seinem Pensionsantritt hat mit 1. Jänner 2018 Michael Willis die Leitung übernommen. Der 43-Jährige war zuletzt an der Universitätsklinik Innsbruck tätig.

„Das Bild von außen ändern“

Für ihn sei primär die Entstigmatisierung von Abhängigkeitserkrankungen wichtig, sagt Willis. Ein großes Ziel von ihm sei es zudem, dass sich Patienten leichter tun, Therapien anzunehmen. Er möchte auch das Bild von außen ändern. Die Patienten sollten nicht als schwierige Patienten gesehen werden, sondern als Menschen, die durch Umweltfaktoren in eine Abhängigkeit geraten seien.

Ein großer Vorteil von Maria Ebene sei es, dass alles unter einer Hand sei, sagt Willis. Das gehe von der ambulanten Betreuung über die Prävention bis hin zur stationären Therapie.

Das Gespräch mit Chefarzt Michael Willis führte ORF Vorarlberg-Redakteur Martin Kopf.

Gefahr von Opiatabhängigkeit

Willis, dessen Vater US-Amerikaner ist, hat auch die Staatsbürgerschaft der USA. In den USA gebe es eine deutliche Zunahme von Opiatabhängigen, so Willis. Pro Tag würden in den USA 600 Menschen zusätzlich von Opiaten abhängig werden. Der Grund dafür liege in der zum Teil unreflektierten Verschreibung von Schmerzmitteln in den vergangenen Jahrzehnten.

Es gebe Hinweise dafür, dass diese Entwicklung auch in Europa geschehen könnte, so Willes. Diese Gefahr bestehe auch hier.

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