Wohlgenannt für Umdenken im Fachhandel

Günter Wohlgenannt, Fachgruppenobmann der Sparte Buch- und Medienwirtschaft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, fordert den Fachhandel zum Umdenken auf. Wegen des Online-Shoppings müsse man auf Beratung und Qualität setzen.

Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange. Laut Marktforscher „RegioPlan“ könnte der Umsatz in Österreich heuer die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze erreichen. 380 Euro werden laut Umfrage im Schnitt für Geschenke ausgegeben.

Maßnahmen gegen Online-Konkurrenz

Der Fachhandel hat seit Jahren mit der zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. Besonders betroffen sind der Buch- und Medienhandel. Dessen Fachgruppenobmann Günter Wohlgenannt sagt im Samstaginterview von ORF Radio Vorarlberg, dass sich der Buchhandel davon verabschieden müsse, steigende Absätze zu haben. Vielmehr müsse man sich angesichts des Online-Shoppingverhaltens darauf rückbesinnen, dass nicht nur auf Masse, sondern auch auf Qualität und Beratung geachtet werde.

Das Interview mit Günter Wohlgenannt hat ORF-Redakteur Georg Fabjan geführt.

Auch in Vorarlberg ist laut Wohlgenannt die weltweite Entwicklung hin zu wahren „Preisschlachten“, die vor allem im Internet geführt werden, erkennbar. „Man merkt insgesamt auch den Trend, dass sehr viele Kunden immer mehr auf den Preis schauen und die anderen Kriterien hintenan stehen. Das ist eine Entwicklung, die ich mit Sorge betrachte“, so Wohlgenannt, der seit 40 Jahren als Buchhändler tätig ist.

Kunden sollen an regionale Anbieter denken

Aktionstage - wie etwa der „Black Friday“ - seien sicher Faktoren, die den Konsum ankurbeln können, sagt der Fachgruppenobmann. Es sei jedoch die Frage, ob sich das Konsumverhalten nicht nur verschiebe. Jene Händler, die ihre Sonderangebote größer anpreisen können, haben laut Wohlgenannt mehr Zuspruch. Das bedeute aber nicht, dass in Summe mehr verkauft wird.

Der Vorarlberger Buchhandel sei gefordert, mit der Online-Konkurrenz mitzuhalten. „Viele unserer Buchhandlungen haben ja auch ganz tolle Angebote. Sehr viele Buchhandlungen sind mit Internet-Shops ausgestattet, deren Angebot sich nicht verstecken muss“, sagt Wohlgenannt. An die Kunden appelliert er, an den regionalen Handel zu denken. Dieser könne durchaus gleiche Produkte liefern wie Händler im Internet. Eine große Stärke von lokalen Anbietern sei das Bieten eines Einkaufserlebnisses in besonderer Atmosphäre.

Messepark: Mehr Zusammenarbeit in Dornbirn

In Sachen Messepark-Erweiterung spricht sich Wohlgenannt dafür aus, dass die Dornbirner Innenstadt und das Einkaufszentrum mehr zusammenarbeiten müssen. „Es müssen sich beide Seiten anstrengen. Sich gegenseitig Prügel vor die Füße zu werfen, wird uns nicht zum Ziel bringen. Wir müssen vielmehr schauen, wie Innenstadt und Messepark tolle Einkaufserlebnisse schaffen können, um gegenüber dem Internethandel zu punkten und den lokalen Handel voran zu treiben“, so der Geschäftsführer von „Das Buch“.

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