„Focus“-Sendung mit Hirnforscher Spitzer

In der aktuellen „Focus“-Sendung geht es um das Thema Kinder und Bewegung. Für die geistige Entwicklung von Kindern habe die Bewegung eine außergewöhnliche Bedeutung, sagt der Hirnforscher Manfred Spitzer.

„Das ist die Zahl des Tages: 1.000.000.000.000.000: Eine „1“ mit 15 Nullen“, sagt der Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, „jeder von uns hat eine Million Milliarden Synapsen im Kopf“. Bis vor rund 35 Jahren habe man nicht gewusst, warum es Synapsen gebe, so Spitzer. Deren Bedeutung erforscht zu haben sei die wichtigste Entdeckung der Hirnforschung. Synapse bezeichnet die Stelle einer neuronalen Verknüpfung, über die eine Nervenzelle in Kontakt zu einer anderen Zelle steht.

Sendungshinweis: „Focus": Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 2. Dezember 2017, 13.00 bis 14.00 Uhr

Bedeutung der Bewegung für die Psyche

Die Empfehlung Spitzers lautet: „Gehen Sie mit ihren Kindern an die Luft und bewegen Sie sich. Studien belegen: Wenn die Kinder in der Natur gelaufen sind, sind sie weniger ängstlich, grübeln weniger, haben weniger negative und mehr positive Affekte.“ Allein das Aufwachsen im Grünen wirke sich positiv aus.

Kinder, die in Betonwüsten lebten, seien in ihrer Kreativität eingeschränkt, so der Hirnforscher. Kinder, die sich bewegen, seien besser drauf und könnten besser denken, wenn sie vorher in der Natur waren. Diese Erfahrung in einer Gruppe machen zu können, habe zudem eine unglaubliche Wirkung auf die Psyche des Menschen. Auch Musik, Tanz, Theater und das Tun mit den Händen sei für Kinder enorm wichtig, wobei Spitzer betont, dass er damit nicht das Wischen über die Laptop-Oberfläche meint.

Große Bedeutung der Synapsen

Werden die Synapsen benutzt, werden sie stärker, so der Hirnforscher. Werden sie nicht benutzt, dann werden sie weggeräumt: Die Nervenzellen schieben sich elektrische Impulse zu und dadurch, dass sie das machen, verändern sich die Verbindungen der Nervenzellen. Und so wird das Gehirn immer besser, weil es immer mehr arbeiten kann. Es gleicht der Entwicklung eines Muskels. Wenn der Muskel besser geworden ist, kann man ihn auch besser benutzen.