Kleinwasserkraftwerke werden unrentabel

Die Energiepreise sind derzeit niedrig wie selten zuvor. Kaum eine Branche leidet darunter so sehr wie die Kleinwasserkraft, wie bei der Jahrestagung des Vereins „Kleinwasserkraft Österreich“ in Feldkirch deutlich wurde.

Kleinwasserkraftwerke wie das Mühlebrunnen-Kraftwerk im Großen Walsertal sind bei den derzeit niedrigen Energiepreisen und Einspeistarifen kaum noch rentabel. Immer öfter werden Kleinwasserkraftwerke verkauft oder stillgelegt. Bei der Jahrestagung der „Kleinwasserkraft Österreich“ im Montforthaus Feldkirch waren die niedrigen Energiepreise daher das beherrschende Thema.

Jahrestagung „Kleinwasserkraft Österreich“

Die Kleinwasserkraft leidet unter den derzeit sehr niedrigen Energierpreisen.

„Momentan ist es so, dass die Kleinwasserkraft unter dem sehr niedrigen Strompreis an der Börse leidet und damit haben wir eigentlich Einnahmen, die die Betriebskosten nicht abdecken“, sagte etwa Hans-Jörg Mathis, der Vorarlberger Landessprecher von „Kleinwasserkraft Österreich“. So werde die Kleinwasserkraft zu einer „Liebhaberei“ degradiert.

Auch viele Gegner

„Man bestraft die Dreckschleuder nicht, sondern man lässt die im Markt drinnen und diese Überkapazitäten führen dann dazu, dass neben den großen Erneuerbaren, die sich mittlerweile gebildet haben, der Marktpreis verfallen ist“, so der Präsident von „Kleinwasserkraft Österreich“, Christoph Wagner. Derzeit sei man bei drei Cent angelangt, ein Preis, für den man keine Energie erzeugen könne.

In Österreich ist die Politik mit Förderungen der Kleinwasserkraft eher zurückhaltend. Es gebe eben auch Gegner, die etwa mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie argumentieren würden, dass jedes Kleinwasserkraftwerk einen Fremdkörper im Fluss darstellen würde, sagte Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP). Auch in der Bundespolitik gebe es hier unterschiedliche Ausrichtungen.

Politik gefordert

„Wir wünschen uns einfach eine Politik, die diese erneuerbare Energie dementsprechend bevorzugt und uns auch einen Zuschlag gibt für das, was wir liefern, nämlich CO2-freie Energie“, forderte Wagner. Derzeit erzeugt die Kleinwasserkraft ca. zehn Prozent des aktuellen Inlandsstromverbrauchs.