Hass auf Homosexuelle? Frau bedroht und beschimpft

Dem Hass auf Homosexuelle dürfte kürzlich eine Vorarlbergerin zum Opfer gefallen sein: Die Frau ist auf offener Straße von vier Männern bedroht, beleidigt und wüst beschimpft worden. Kurz zuvor hatte eine gleichgeschlechtliche Verpartnerung stattgefunden.

Samstagmittag auf einem Gehsteig mitten in Vorarlberg: Die Frau bleibt vor einer roten Ampel an der Kreuzung stehen und wartet auf Grün. Plötzlich beschleunigt ein hinter ihr herfahrender schwarzer BMW, wechselt von der Straße auf den Gehsteig und rast auf die Frau zu. Kurz bevor das Auto die Frau niederfährt, lenkt der Fahrer die Limousine wieder auf Straße, bremst mit quietschenden Reifen ab und stellt das Fahrzeug quer vor die Frau.

Die Fenster des Wagens sind geöffnet, die vier Insassen - mit dunklen Lederjacken und Baseball-Kappen bekleidet - beschimpfen und beleidigen ihr Opfer auf das Übelste. Dann rast der Wagen mit weit überhöhter Geschwindigkeit davon. Die geschockte Frau erstattet Anzeige. So schildert die Polizei den Vorfall.

Brisanter Hintergrund

Strafrechtlich relevant seien eventuell Beleidigung und Nötigung, das Befahren des Gehsteigs und die Geschwindigkeitsübertretung dürften jedenfalls Verwaltungsstrafen nach sich ziehen - falls die bisher unbekannten Täter ausgeforscht werden können.

Eine besondere Brisanz erhält der Vorfall aber durch seinen vermuteten gesellschaftspolitischen Hintergrund. Die Ermittler gehen nämlich davon aus, dass die Frau das Opfer von homophoben Männern geworden sein könnte. Immerhin stünden die Frau, der Tatort und auch der Tatzeitpunkt in einem direkten Zusammenhang mit einer kurz zuvor stattgefundenen gleichgeschlechtlichen Verpartnerung.