Formalfehler: Frau mit zwei Männern verheiratet

Eine 60 Jahre alte Vorarlbergerin ist derzeit gegen ihren Willen mit zwei Männern gleichzeitig verheiratet. Möglich geworden ist diese kuriose Situation, weil das Bezirksgericht Bregenz das Scheidungsurteil an eine falsche Adresse zugestellt hat.

Die 60-jährige Frau war jahrelang mit einem Mann verheiratet, der sie in dieser Zeit mehrfach geschlagen hat. Nach ihrer rechtskräftigen Scheidung glaubte sie, dass dieses schmerzliche Kapitel ihres Lebens abgehakt sei.

Scheidung muss neuerlich verhandelt werden

Gleich nach der Scheidung heiratete die Frau einen anderen Mann. Doch dann der Schock: Die Scheidung wurde von Seiten des Gerichts nachträglich für ungültig erklärt. Das Scheidungsurteil wurde nämlich ihrem Ex-Mann an eine falsche Adresse zugestellt.

Polygamie wider Willen

ORF-Redakteur Gernot Hämmerle hat mit der 60-jährigen Frau und ihrem Anwalt über den kuriosen Fall gesprochen.

Er hatte daher keine Möglichkeit, Berufung einzulegen. Dies wurde ihm nun nachträglich genehmigt. Die Scheidung muss wohl neuerlich vor Gericht verhandelt werden. Bis zum neuerlichen Scheidungsurteil bleibt die 60-Jährige wohl die Ehefrau von zwei Männern.

Bereits Anfang August hatte die Frau für Schlagzeilen gesorgt. Damals hat das Sozialministerium ihren Antrag auf Schmerzengeld nach dem Opferschutzgesetz abgelehnt - mehr dazu in Gewaltopfer soll keine Entschädigung bekommen. Wenige Tage später wurde dem Antrag dann stattgegeben - mehr dazu in Misshandlungsopfer erhält doch Schmerzengeld.