Geburtstag: Kunsthaus Bregenz feiert den 20er

Mit einem bunten Festakt hat das Kunsthaus Bregenz (KUB) am Samstag sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Bei dem Festakt im benachbarten Theater am Kornmarkt wurde der internationale Rang des KUB unterstrichen.

Zu den Geburtstags-Gratulanten gehörte auch die Landesregierung: „In den vergangenen zwanzig Jahren ist das Kunsthaus Bregenz zu einem festen Bestandteil der Vorarlberger Kunst- und Kulturszene avanciert und kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken“, so Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Als Schaufenster und auch als Schauplatz österreichischer und internationaler Gegenwartskunst spreche das Kunsthaus Bregenz viele verschiedene Publikumsschichten aus aller Welt an und locke sie nach Vorarlberg. „Somit leistet es einen unverzichtbaren Beitrag für den Tourismus und sorgt dadurch vor allem für einen kräftigen Konjunkturschub in unserer Wirtschaft“, so Wallner.

Lob für Architekt Zumthor

Peter Zumthor (74), der international renommierte Schweizer Architekt des Kunsthauses, wurde von allen Seiten hoch gelobt. Die Verbindung von Architektur und zeitgenössischer Kunst habe sich in zwei Jahrzehnten als „Erfolgsgeschichte“ bewährt, unterstrich KUB-Direktor Trummer. Und Carolyn Christov-Bakargiev, die frühere Leiterin der documenta Kassel und derzeitige Direktorin am Castello di Rivoli in Turin, pries das Kunsthaus Bregenz als „fantastische Institution“. Im KUB Bregenz eine gute Ausstellung machen zu können, sei für viele internationale Künstler zum Wunschtraum geworden.

Peter Zumthor selbst erinnerte sich auch an Probleme in der Planungs- und Anfangsphase. Letztlich habe sich das von ihm geplante Kunsthaus aber dank der guten Arbeit des KUB-Teams zu einem internationalen Prestigeprojekt entwickelt: „Das KUB macht mir Freude - bis heute“, merkte Zumthor an und appellierte: „Bitte bleiben Sie dran.“

Betonporsche kehrte zurück

Ein besonderes Geschenk hat das Kunsthaus bereits vor einigen Tagen bekommen: Einen Betonporsche. Der Abguss des Porsche 911 stammt aus dem Jahr 2006. Damals platzierte der Künstler Gottfried Bechtold elf der Skulpturen vor dem Kunsthaus. Nun ist einer von ihnen zurück - und damit ist auch ein Teil der Geschichte des KUB zurück.

Geburtstag des Kunsthauses Bregenz
Im Beitrag von Carina Jielg kommen zu Wort: Werner Allgäuer (Besucher), Rudolf Sagmeister (Kurator) und KUB-Direktor Thomas D. Trummer.

Bau für 20 Mio. Euro

Als Modell polarisierte das Kunsthaus, es wurde jahrelang gestritten, doch 1997 konnte das KUB glanzvoll eröffnet werden. Der 20 Millionen Euro teure Bau, nach Plänen des Schweizer Architekten Peter Zumthor, wurde von Publikum und Presse gefeiert.

Gründungsdirektor Edelbert Köb setzte auf bekannte Österreicher wie Peter Kogler und Erwin Wurm. Sein Nachfolger Eckhard Schneider ließ das Haus wie eine Bühne bespielen: Pierre Huyghe schuf einen arktischen Parcours, Olafur Eliasson begehbare Landschaften. Die Gruppe Gelitin nahm ein Schlammbad, Santiago Sierra testete die Statik und Damien Hirst parkte seinen Hai hier.

Yilmaz Dziewior legte als Direktor den Fokus auf Künstler aus Asien wie Ai Wei Wei und auf große Frauen wie Valie Export. Seit 2016 ist Thomas D. Trummer Direktor. Auch er stellt Ort und Architektur ins Zentrum, die Künstler wie Susan Philips zu sensiblen Installationen inspirieren. Aktuell verwandelt der Argentinier Adrian Villar Rojas das Haus in einen düster-verführerischen Bunker.

50.000 Besucher jährlich

Das KUB kann auf 103 Ausstellungen, 11 Fassadenbespielungen, 23 Arena-Projekte und 165 Publikationen verweisen. Rund 50.000 Besucher werden pro Jahr gezählt, das sind bisher rund eine Million.

Betonporsche zum Geburtstag

Das Kunsthaus Bregenz hat am Samstag ein besonderes Geschenk erhalten: Einen 16 Tonnen schweren Betonporsche von Künstler Gottfried Bechtold.