Weniger Asylanträge, aber mehr Kriminalität

Die Fremdenpolizei hat am Donnerstag Bilanz über ihre Arbeit im Vorjahr gezogen: Die Zahl der in Vorarlberg gestellten Asylanträge ist gesunken, stark gestiegen ist hingegen die Kriminalität unter den Asylwerbern.

Mit dem Schließen der Balkan-Route und den strengen Grenzkontrollen am Brenner kommen immer weniger Flüchtlinge nach Vorarlberg. Laut Fremdenpolizei sind im Vorjahr 917 Asylanträge (382 weibliche und 535 männliche Antragsteller) gestellt worden, im Jahr 2015 waren es noch 1.250.

Der Rückgang dürfte sich auch heuer fortsetzen, so Andreas Degasperi, Leiter der Fremdenpolizei. In den ersten drei Monaten des heurigen Jahres habe es 171 Asylanträge gegeben, das seien hochgerechnet rund 700 für das ganze Jahr 2017.

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Landespolizeidirektion

3.296 Flüchtlinge in der Grundversorgung

3.296 Flüchtlinge leben derzeit in Vorarlberg in der Grundversorgung, sie sind auf 639 Quartiere in 81 Gemeinden aufgeteilt. In Jahr 2015 haben sich noch 3.836 Flüchtlinge in der Grundversorgung befunden.

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Projekt „Präventive Rechtsaufklärung“

Einen Schwerpunkt in der fremdenpolizeilichen Arbeit für das laufende Jahr sieht Degasperi in der Fortsetzung des Projekts „Präventive Rechtsaufklärung“. Dabei informieren eigens geschulte Polizisten die Asylwerber über Grundwerte und Rechtsstaatlichkeit. Das sei ein Gewinn für den Umgang miteinander, so Degasperi.

Mit Hilfe dieser Aufklärungsarbeit wolle die Polizei auch gegen die steigende Kriminalitätsrate unter den Asylwerbern ankämpfen, so Walter Filzmaier, stellvertretender Direktor der Landespolizei. Die Anzahl der Strafhandlungen von Asylwerbern habe sich im Vorjahr auf mehr als 600 fast verdoppelt.

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Vor allem Drogenkriminalität

Dieser Trend halte leider an, so Filzmaier. Deshalb gehe man konsequent gegen kriminelle Flüchtlinge vor. Es gebe keine Toleranz, wenn hier das Gastrecht missbraucht werde. Fast ausnahmslos richte sich die Kriminalität unter den Asylwerbern gegen ihresgleichen. Vor allem Afghanen seien hier im Bereich Körperverletzung und Drogenkriminalität auffällig.